Steinmeier-Besuch

Steinmeiers Besuch fordert die Gelsenkirchener Polizei

Großer Auflauf: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender waren zuletzt im im März 2018 in Duisburg. Nach dem neuerlichen Besuch dort kommt Steinmeier Freitag nach Gelsenkirchen.

Großer Auflauf: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender waren zuletzt im im März 2018 in Duisburg. Nach dem neuerlichen Besuch dort kommt Steinmeier Freitag nach Gelsenkirchen.

Foto: Lars Heidrich / Funke Foto Services

Gelsenkirchen.  Bundespräsident Steinmeier kommt ins Revier. In Gelsenkirchen besucht er das NRW-Talentzentrum. Was der Besuch für die Polizei bedeutet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am 30. September 2009 hat sich zuletzt ein Bundespräsident im Goldenen Buch der Stadt Gelsenkirchen verewigt. Horst Köhler hieß er – und war damals mit den Missionschefs des Diplomatischen Korps und dem früheren Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers in der Stadt. Das bedeutete: Großer Bahnhof, Empfang und Büfett auf Schloss Horst für eine 200-köpfige Delegation.

Den ersten Besuch verschoben

Für Köhlers amtierenden Nachfolger Frank-Walter Steinmeier wird die Visite am Freitag, 22. November, dagegen eher ein Arbeitsbesuch. Duisburg und Gelsenkirchen besucht Steinmeier tagsüber. Das Programm ist ambitioniert dicht getaktet. Zeit für einen Eintrag ins Goldene Buch wird dennoch bleiben.

Protokollarisch ist selbst die reine Arbeits-Visite eine Herausforderung: Eingebunden sind Staatsschutz und Polizeibehörden des Bundes, natürlich die lokale Polizei, aber auch die Repräsentationsabteilung der Stadt um Holger Schrader. Steinmeier holt den für eine Trauerfeier – nach dem Tod des früheren französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac – Ende September kurzfristig abgesagten Besuch im Ruhrgebiet nach. Vormittags führt er Gespräche am Logistikstandort Duisburger Hafen, danach ist das NRW-Zentrum für Talentförderung seine erste Adresse in Gelsenkirchen. Erwarten wird den Bundespräsidenten dort auch Oberbürgermeister Frank Baranowski – für ein kurzes Gespräch. Und eben auch seinen Buch-Eintrag als Ehrengast.

Gespräch mit Stipendiaten

Es ist der einzige formelle Programmpunkt bei einer Visite, die auf geballte Information zugeschnitten ist. Der Bundespräsident will sich an der Bochumer Straße über das Talentzentrum, das Scouting-System und die Ruhrtalente informieren. Und zwar aus erster Hand. Unter seinen Gesprächspartnern in Ückendorf sind Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule (WH), der Talentscout-Pionier Suat Yilmaz und auch fünf junge Leute, „die durch das Programm NRW-Talentscouting begleitet werden, zwei der Talente sind zudem Stipendiaten unseres Schülerstipendienprogramms Ruhrtalente“, sagt Bianca Hotton, Pressesprecherin des Talentzentrums.

Mut machen, mit jungen Talenten Visionen für die berufliche Zukunft entwickeln, Wege aufzeigen, Netzwerke schaffen von der Schule über die Berufsausbildung oder das Studium bis in den Job – das gehört zum Profil der Scout-Arbeit, die dem Bundespräsidenten vorgestellt werden soll.

Über 370 Schulen in NRW

Die Initialzündung ging von Gelsenkirchen aus. Mittlerweile sind über 70 Talentscouts von 17 Partnerhochschulen in über 370 Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen aktiv und fördern individuell mehr als 17.000 Talente. WH und RAG-Stiftung haben ferner das Schulstipendien-Programm Ruhrtalente kreiert. Allein die RAG-Stiftung hat seit 2015 mit rund 3,5 Millionen Euro das Programm gefördert. Mit fast 600 vergebenen Stipendien und aktuell über 260 geförderten Ruhrtalenten ist daraus das größte Schülerstipendienprogramm in Nordrhein-Westfalen geworden.

Viel Input also für einen Besuch, der rund zwei Stunden dauern dürfte und im Umfeld die Gelsenkirchener Polizei fordert. Sie ist „für den Schutz und den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zuständig. Eingebunden sind Beamte des Verkehrsdienstes und auch mehrere Diensthundeführer“, so Polizeisprecherin Yvonne Shirazi Adl.

Keine Angaben zu den Polizeikräften

Bei der Anzahl der eingesetzten Polizeikräfte geht die Behörde traditionell nicht ins Detail. „Keine Angaben“, heißt es hier. Absperrungen oder Durchfahrtsbeschränkungen sind für den Besuchstag „aktuell nicht geplant“, so die Behördensprecherin. Da gilt wohl noch, was Konrad Kordts, einer ihrer Vorgänger bereits vor zehn Jahren im Vorfeld des damaligen Präsidentenbesuchs mutmaßte: „Behinderungen erwarten wir nicht. Es ist ja nicht mit einer größeren Zahl Schaulustiger zu rechnen.”

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben