Raffinerie-Flamme

BP Gelsenkirchen: Defekter Verdichter löste Fackel aus

Am Montagabend, 13. Januar 2020, erleuchtete der Feuerschein einer Fackel der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen den Abendhimmel. Das Spektakel war weithin sichtbar, In Sprockhövel rückte sogar vorsorglich die Feuerwehr aus, weil die Retter einen großen Brand vermuteten.

Am Montagabend, 13. Januar 2020, erleuchtete der Feuerschein einer Fackel der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen den Abendhimmel. Das Spektakel war weithin sichtbar, In Sprockhövel rückte sogar vorsorglich die Feuerwehr aus, weil die Retter einen großen Brand vermuteten.

Foto: Foto: WAZ-Leserfoto

Gelsenkirchen.  Ein defektes Hilfsaggregat eines Verdichters hat die Fackel und damit den spektakulären Feuerschein über Gelsenkirchen und dem Revier ausgelöst.

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Nach dem weithin sichtbaren Feuerschein über Gelsenkirchen und dem Ruhrgebiet ist Raffinerie-Betreiber BP bei der Ursachenforschung dem Auslöser des Himmelsspektakels auf die Spur gekommen. Ausgelöst hat das Abfackeln von Gasen als „präventive Sicherheitsmaßnahme“ laut Unternehmen ein technischer Defekt eines Hilfsaggregates eines Verdichters.

Kleinbrand in einem Schaltkasten

Wie BP-Sprecher Peter Alexewicz mitteilte sei die technische Störung des Verdichters einhergegangen mit einem Schwelbrand in einem Schaltkasten. „Der Kleinbrand konnte jedoch binnen weniger Minuten gelöscht werden“, sagte Alexewicz am Mittwoch.

Der Verdichter stellt für den reibungslosen Betrieb der Anlage ein systemrelevantes Bauteil dar. Deshalb ist er laut BP vorsorglich abgeschaltet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen sehen es zudem vor, dass parallel dazu die Gase im System über die „vorgesehen Fackeln entspannt werden“. Übersetzt bedeutet das, dass Druck und Wärmeenergie sehr schnell abgeführt werden müssen. Eine Verbrennung, also das Abfackeln, leistet dies. Zwar wird bei einer solchen Verbrennung das Treibhausgas CO2 frei, ein reines Ablassen von Methan in die Umwelt wäre aber noch schädlicher. Der Treibhauseffekt von CH4 gilt als 25 Mal stärker.

BP: Gase wurden nahezu rückstandsfrei verbrannt

Stellt sich die Frage, was verbrannt wurde. Auch das beantwortet Peter Alexewicz: „Es handelt sich im Wesentlichen um leichte und gereinigte Kohlenwasserstoffverbindungen, wie etwa Wasserstoff, Methan, Ethan, die über die Zugabe von Wasserdampf mit hohem Druck nahezu rückstandsfrei verbrannt wurden.“ Nahezu rückstandsfrei bedeute „zu über 99 Prozent“, so der BP-Sprecher. Eine Geruchsentwicklung sei nicht festgestellt worden. Letzteres widerspricht den Eindrücken, die die WAZ und Bewohner am Montagabend am Fünfhäuserweg gewonnen hatten, dort war „ein leicht fauliger Geruch“ zu bemerken gewesen.

Wie BP betont, sei niemand verletzt worden. „Die Anlage war zu jeder Zeit in einem kontrollierten Zustand“, so Peter Alexewicz. Ihm zufolge soll die Anlage den Betrieb in den nächsten Tagen wieder aufnehmen, den genauen Zeitpunkt konnte der Sprecher nicht nennen. Der Zwischenfall habe allerdings einen „bedeutsameren finanziellen Schaden“ hinterlassen, der nicht beziffert werden könnte.

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