Kunden und Passanten

Primark-Bombendrohung: Polizei redet auf Uneinsichtige ein

Polizeibeamte haben die Bahnhofstraße in Gelsenkirchen gesperrt. Vor dem Flatterband stehen Kunden und Passanten. Oftmals waren sie ob der Sperrungen uneinsichtig und fragten ungeduldig, wie lange es noch dauern würde. Umwege nahmen viele nur ungern und unter verärgertem Protest in Kauf.

Polizeibeamte haben die Bahnhofstraße in Gelsenkirchen gesperrt. Vor dem Flatterband stehen Kunden und Passanten. Oftmals waren sie ob der Sperrungen uneinsichtig und fragten ungeduldig, wie lange es noch dauern würde. Umwege nahmen viele nur ungern und unter verärgertem Protest in Kauf.

Foto: Frank Oppitz

Gelsenkirchen- Altstadt.   Bombendrohung gegen Primark in Gelsenkirchen: Oft musste die Polizei auf uneinsichtige Passanten einreden, weil es keinen Durchlass gab.

Wenn Rettungskräfte und Ordnungshüter im Einsatz sind, so steht die Gefahrenabwehr im Vordergrund. Nichtsdestotrotz ist immer wieder zu beobachten, dass viele Passanten die Sicherheit aus dem Blick verlieren, wenn es um eigenen Belange geht - sei es um sich einen Umweg zu ersparen, weil der direkte Weg zum Einzelhändler, zum Arzt oder zum Bahnhof wesentlich kürzer ist. So auch am Donnerstag in Gelsenkirchen, als die Polizei gegen zehn Uhr die Bahnhofstraße sperrte, um das Geschäftshaus des Textil-Discounters Primark nach einer Bombendrohung zu durchsuchen.


Vom Filmdreh bis zur Märchenstunde

Absperrband, Blaulicht, Einsatzwagen, Polizisten – trotz des unübersehbaren und massiven Auftretens mussten die Ordnungshüter oft uneinsichtige Passanten darauf aufmerksam machen, dass es rund um Primark kein Durchkommen gab. Eher unwillig nutzten Passanten daraufhin Umwege über die Weberstraße oder Grasreinerstraße, um Richtung Hauptbahnhof Gelsenkirchen oder Hans-Sachs-Haus zu kommen. Willkommene Abkürzung dabei: die Galeria Kaufhof, hier lief der Betrieb weiter.

Manch einer glaubte gar an einen weiteren Filmdreh (Fortsetzung von „Die Welle“) oder gar an einen fingierten Einsatz (O-Ton: „Märchenstunde, das können Sie jemand anderem erzählen, aber nicht mir.“). Die Polizeisprecher Torsten Sziesze und Thomas Nowczyk blieben trotz manch’ bösem Kommentar und hörbaren Ärger ebenso höflich und bestimmt.

Fast hätte es noch eine Heldengeschichte gegeben: Polizeisprecher Thomas Nowaczyk hatte während des Einsatzes eine Herz für eine Seniorin, die dringend Medikamente von der Apotheke am Preuteplatz benötigte. Er eilte dorthin, kam aber zu spät, weil die Apotheke bereits kurz zuvor evakuiert worden war. Aufgehoben wurden die Sperrungen gegen 12.45 Uhr.

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