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„Blödsinn“: Gelsenkirchener Politiker schießt gegen S04-Chef

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Leere Arena, hier beim Spiel der Schalker gegen Holstein Kiel: Der Gelsenkirchener SPD-Abgeordnete Markus Töns ist gegen eine vorzeitige Öffnung der Stadien für Fans.

Leere Arena, hier beim Spiel der Schalker gegen Holstein Kiel: Der Gelsenkirchener SPD-Abgeordnete Markus Töns ist gegen eine vorzeitige Öffnung der Stadien für Fans.

Foto: Jürgen Fromme / Jürgen Fromme /firo Sportphoto

Gelsenkirchen.  Schalke-Boss Bernd Schröder will eine sofortige Öffnung der Stadien für Fans. Warum der Gelsenkirchener Abgeordnete Markus Töns dagegen ist.

Sollen die Fußballvereine ihre Stadien wieder für alle Fans öffnen? Zuletzt hatte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke die angeordneten „Geisterspiele“ scharf kritisiert und juristische Maßnahmen gegen das Land NRW angekündigt. Dafür hatte Watzke Unterstützung auch vom S04-Vorstandsvorsitzenden Bernd Schröder erhalten.

Schröder verwies auf „gut ausgearbeitete Hygienekonzepte“ in den Stadien: Der Profisport habe bewiesen, dass Großveranstaltungen sicher durchgeführt werden könnten, so der Schalke-Boss. Ganz anderer Meinung ist dagegen Markus Töns (SPD): Der Gelsenkirchener Bundestagsabgeordnete kritisierte die Haltung Schröders auf Twitter als „totalen Blödsinn. Er sollte hier eher vernünftig bleiben!“ Drei Fragen an den Sozialdemokraten.

Sie haben Bernd Schröder deutlich widersprochen. Unter welchen Bedingungen sollten denn mehr Zuschauer ins Stadion dürfen – und wann?

Ich empfinde Bernd Schröders Aussagen als nicht vernünftig. So lange wir nicht den Scheitelpunkt der Omikron-Welle erreicht haben, ist ein Fußballspiel mit voll besetztem Stadion nicht richtig. Ich würde sehr gerne wieder ein Spiel meines FC Schalke 04 live im Stadion sehen, aber die Pandemie zwingt uns weiter zur Zurückhaltung. Dass es Bernd Schröder schmerzt, kann ich gut verstehen. Aber das schmerzt uns alle.

Könnten denn die Vereine für entgangene Einnahmen entschädigt werden? Und wenn ja, in welcher Form?

Eine Entschädigung kann es pauschal nicht geben. Auch ist das die Aufgabe der Länder. Hierbei muss sehr genau geschaut werden, inwieweit die Vereine besonders betroffen sind. Ich weiß, die Vereine würden gerne sofort wieder unter normalen Bedingungen spielen, aber das ist heute nicht möglich. Außerdem: Gewinne dürfen natürlich nicht auf Kosten der Fans gemacht werden.

Welchen Nutzen haben denn Kontaktbeschränkungen, wenn es doch ohnehin nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, bis man infiziert ist? Israel und England beispielsweise lassen dem Virus quasi freien Lauf.

Wir lassen da keinen freien Lauf, weil dann unser Gesundheitssystem an die Grenze der Belastung geführt würde. Zwar wären die Intensivstationen dann nicht überbelegt, aber die Krankenhäuser insgesamt wären es. Israel und Großbritannien haben einen anderen Impfstatus.

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