Politik

Bezirksvertretung stimmt für Kreisverkehr und Spielplatzbau

Illegal abgestellte Schrott- oder abgemeldete Altfahrzeuge rauben den ohnehin knappen Parkraum in Gelsenkirchen. Hier ein Bild aus dem vergangenen Sommer, als auf dem Marktplatz in Gelsenkirchen-Rotthausen dieser  abgemeldete BMW zum Ärger der Bürger lange herumstand.

Illegal abgestellte Schrott- oder abgemeldete Altfahrzeuge rauben den ohnehin knappen Parkraum in Gelsenkirchen. Hier ein Bild aus dem vergangenen Sommer, als auf dem Marktplatz in Gelsenkirchen-Rotthausen dieser abgemeldete BMW zum Ärger der Bürger lange herumstand.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Ückendorf.  Die Gelsenkirchener Bezirksvertretung tagte. Themen: Autohandel am Südfriedhof, Spielplatz- und Kreisverkehrneubau für mehr Spaß und Sicherheit.

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Ein Friedhofsparkplatz als Ruhestätte für Altautos oder Drehkreuz für schwunghaften Handel, ein Spielplatzneubau auf verseuchtem Boden und ein neuer Kreisverkehr zur Beseitigung einer Gefahrstelle – das waren unter anderem die Kernthemen der Bezirksvertretung Süd (BVS), mit denen sich die Gremiumsmitglieder am Dienstag im Wissenschaftspark befassten.

Parkplätze an Friedhöfen sind selten stark frequentiert, meist nur vor oder an bestimmten Feiertagen. Das hat offenbar dazu geführt, dass am Südfriedhof an der Günnigfelder Straße in jüngster Vergangenheit immer wieder Schrottautos abgestellt wurden oder abgemeldete (Alt-)Fahrzeuge auf den freien Flächen den Besitzer wechselten – sehr zum Ärger der Anwohner. Denn illegal abgeladener Müll an den Containern trübt das Bild zusätzlich.

Lösungsideen: Ausweisung als Besucherparkplätze, Parkscheibenpflicht

Die BVS erörterte Vorschläge, wie das Phänomen unterbunden werden kann. Die Stadt will diese Lösungsansätze prüfen, meldete bereits in der Diskussion „Zweifel“ an, dass „diese Maßnahmen zum Ziel führen“. Zum einen ist da der Vorschlag, per Beschilderung die Friedhofsparkplätze „nur für Besucher“ auszuweisen, zum anderen die Idee, „eine Parkscheibenpflicht“ einzuführen, damit Kontrolleure Verstöße entsprechend mit Knöllchen ahnden können.

Dazu muss man wissen: Gelsenkirchen ist nach Essen die Stadt mit den meisten illegal abstellten Schrottautos. 2017 waren es hier noch rund 1400 erfasste Altfahrzeuge, 2019 aber schon 3500 Wagen, die ohnehin knappen Parkraum geraubt haben. 2019 sind am Südfriedhof 17 Schrottautos abgestellt worden, 2020 bislang schon drei. Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst haben dort verstärkt Präsenz gezeigt.

Aber: Bis der Schrott entfernt wird, dauert es bekanntlich. Vier Wochen Zeit hat der Besitzer, wenn von Amtswegen der rote Aufkleber auf dem Altauto prangt. Und die Kontrolleure müssen erst einmal von einem illegal abgestellten Fahrzeug Wind bekommen. Daher der Tipp von der Verwaltung „Die städtische Leitstelle des Ordnungsdienstes unter 0209169 3000 anrufen.“ Auch Fotos von Autos, Müll oder dafür verantwortlichen Personen helfen weiter. In Sachen illegaler Müll haben Gelsendienste eine Service-Hotline: 0209 95420.

Neuer Spielplatz mit Grabesperre wird im Frühjahr gebaut

Einstimmig beschlossen wurde der Neubau eines Spielplatzes an der Weindorf-/Wembkenstraße im östlichen Teil von Rotthausen. Dort hat es bis 1992 einen Spielplatz gegeben, wegen eines mit Schadstoffen kontaminierten Bodens wurde der aber geschlossen und das Gelände zurückgebaut – heute ist es eine Grünfläche. Die Kosten für den Neubau betragen 200.00 Euro, davon entfallen 40.000 Euro als Anteil für die Stadt. Die Bagger sollen in diesem Frühjahr anrollen.

Wichtigster Bestandteil neben Wippe, Kletterkombi-Anlagen für kleine und größere Kinder und Sandspielfläche sind eine „Kiesschicht und ein Vlies“, die verhindern sollen, dass beim Buddeln die tieferen, belasteten Schichten erreicht werden. Ein Bodengutachten von 2017 besagt, „dass die Prüfwerte für Kinderspielflächen in Bodennähe nicht überschritten werden“. Der belastete Boden wurde mit unbelastetem überdeckt. „Dog-Stops“ sollen den Zugang für Hunde verwehren. Drei Bäume müssen für den Neubau weichen, sie werden „aber eins zu eins ersetzt“, wie die Stadt mitteilte. Insbesondere der Spielbereich für Kleinkindsoll durch Bäume Schattenzonen aufweisen.

Knotenpunkt an der Stadtgrenze zu Bochum erhält einen Kreisverkehr

Entschärft wird der Knotenpunkt Günnigfelder Straße/Nansenstraße/Am Dördelmannshof, eine wichtige Ost-West-Verbindung zwischen dem Stadtteil Ückendorf und Bochum-Günnigfeld. Die von täglich rund 7500 frequentierte Ecke erhält ab der zweiten Jahreshälfte 2020 einen Kreisverkehr. Kostenpunkt: 670.000 Euro. Bauzeit: ein halbes Jahr. Eigenanteil der Stadt: 100 Prozent. „An der Stelle ist es bereits zu einem Verkehrsunfall mit Todesfolge beim Abbiegen eines Busses gekommen“ unterstrich Gianluca Bruno für die SPD die Bedeutung des Kreisverkehrs.

30 Meter Durchmesser wird der neue, begrünte Kreisverkehr mit Baum im Zentrum haben, die Kreisfahrbahn sechs Meter Breite aufweisen. Der Gehweg wird an allen Seiten bis zu den Grundstücken neu gepflastert. Der geplante Fahrradschutzstreifen auf der Günnigfelder Straße wird am Kreisverkehr unterbrochen, so dass Radfahrer daher im Kreisverkehr auf der Fahrbahn fahren müssen. Vier Alleebäume fallen für den Umbau der Säge zum Opfer, für die Altbäume sind Neupflanzungen vorgesehen. Dazu werden alle Fußgängerüberwege behindertengerecht gebaut.

Auf Vorschlag des Stadtverordneten Manfred Peters (SPD) unter den Zuhörern wird die Stadt Gelsenkirchen prüfen, ob der Einbau von Metallelementen im Kreisverkehr möglich ist. In Bochum sorgen diese dafür, dass allzu forsche Fahrer „durch das laute Rüttelgeräusch beim Durchfahren des Kreisels langsamer werden.“

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