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Bergbausammlung erklärt auch die Weiß- und die Schwarzkaue

Die Bergbausammlung Rotthausen hat auch eine Kaue nachgebaut. In Körben, die von der Decke hingen, bewahrten die Bergleute ihre Kleidung auf.

Foto: Martin Möller

Die Bergbausammlung Rotthausen hat auch eine Kaue nachgebaut. In Körben, die von der Decke hingen, bewahrten die Bergleute ihre Kleidung auf. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   In der Bergbausammlung in Rotthausen bewahren Karlheinz Rabas und sein Team Bergbaugeschichte. Thema heute: die Kaue.

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Die Kaue. Sie kennt man heute nicht nur in Gelsenkirchen als Veranstaltungsort. Im vorindustriellen Bergbau aber war sie ein Überbau über einem Bergwerksschacht. Anders als die Bedeutung in späteren Zeiten. Da war ein Raum gemeint, den die Bergleute zum Waschen und Umkleiden benutzten.

„Früher war es üblich, dass sich die Bergleute in ihrer Arbeitskleidung bei der Zeche einfanden und dann auch mit der verschmutzten Kleidung nach der Schicht wieder nach Hause gingen“, beschreibt Karlheinz Rabas die Gepflogenheiten im Bergbau längst vergangener Zeiten. Der Gelsenkirchener Rabas selbst war Maschinensteiger und leitet heute bekanntlich die Bergbausammlung Rotthausen.

Heute ist die Kaue in Gelsenkirchen Veranstaltungsort

Mit den Waschkauen wurde später eine Möglichkeit geschaffen, um zwischen der Arbeits- und Straßenkleidung zu wechseln. Die Waschkaue besteht neben einem Duschraum aus einem Raum, in dem mit einer Kette an Haken die Kleidung unter die Decke gezogen wird. Die Kette wird mit einem Schloss gesichert. Der Haken diente sowohl zum Aufhängen der Straßen- als auch der Arbeitskleidung.

Rabas: „Später wurden diese beiden Bereiche getrennt in Weißkaue und Schwarzkaue. Der Bergmann zieht seine Straßenkleidung in der Weißkaue aus, geht nackt durch den Duschraum und zieht in der Schwarzkaue seine Arbeitskleidung an.“ Nach Schichtende dann der umgekehrte Weg. Er lässt seine Arbeitskleidung in der Schwarzkaue, duscht sich und zieht in der Weißkaue die Straßenkleidung an.

Ganz nebenbei hatte das auch Vorteile: Die Kleidung war so vor Diebstahl geschützt, wurde gelüftet und konnte trocknen.

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