Ruhrtalente

Berat Arifi ist dankbar für so viele Chancen in einem Jahr

Berat Arifi (19) empfand das erste Jahr als Ruhrtalent sehr spannend und beeindruckend.

Berat Arifi (19) empfand das erste Jahr als Ruhrtalent sehr spannend und beeindruckend.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Rotthausen.   Das Ruhrtalent möchte zunächst ins Ausland gehen, um über Demokratie zu unterrichten. Und er möchte erfahren, wie es ist, mit wenig auszukommen.

Eine Lebensweisheit hat Berat Arifi (19) in dem einen Jahr gelernt, in dem er Ruhrtalent ist: Schau nicht auf die Fehler des anderen, sondern auf den Charakter. „Wir haben so viele neue Kontakte knüpfen können mit Menschen, denen wir ohne die Ruhrtalent-Förderung nie begegnet wären, das ist schon beeindruckend“, sagt der Abiturient.

Ihn habe das vergangene Jahr persönlich viel weiter gebracht, er habe an Selbstwertgefühl gewonnen, habe neue Freunde gefunden und auch die Möglichkeiten bekommen, an sich selbst etwas zu ändern.

Jedes Ruhrtalent hat einen eigenen Betreuer

Fantastisch findet er, dass jedes Ruhrtalent einen eigenen Betreuer hat, der immer Ansprechpartner ist. „Das ist für mich ganz wichtig, weil ich ja jetzt Abitur mache, aber trotzdem noch so viel Hilfe bekomme. Ich möchte ein Auslandsjahr machen und Christiane Geuecke begleitet mich auf dem Weg dahin sehr intensiv. Wir haben zusammen Adressen von Organisationen gesucht und über die Art der Bewerbung gesprochen. Ich bekomme wirklich jede Hilfe und Unterstützung“, freut sich der Abiturient.

Sein Ziel ist es, in ein Land zu gehen, in dem man lernen muss, mit weniger auszukommen. Auf diese Weise möchte er auch mehr über sich selbst erfahren. Dem gebürtigen Gelsenkirchener, dessen Eltern während des Krieges aus Albanien nach Deutschland flohen, ist besonders wichtig ist, demokratisches Bewusstsein zu vermitteln. „Ich glaube, da gibt es noch viel Nachholbedarf in anderen Ländern“, sagt Berat Arifi.

Der Abiturient hofft auf ein Auslandsstipendium

Der politisch aktive junge Mann mit sozialdemokratischer Ausrichtung möchte ein Jahr lang in einem anderen Land unterrichten, was es bedeutet, in einer Demokratie aufzuwachsen und demokratisch zu denken. Jetzt hofft er, dass es gelingt, ein Auslandsstipendium in dieser Richtung zu bekommen. Mit Hilfe der Ruhrtalent-Förderer ist er bereits mit der Planung der Nach-Abitur-Zeit beschäftigt, damit er gut vorbereitet ist, wenn’s losgeht.

Imponierend fand er in seinem ersten Ruhrtalent-Jahr die Erstwählerkonferenz. „Das war für mich verblüffend und sehr interessant, weil ich in einer politisierten Familie aufgewachsen bin. Die Bundestagskandidaten hautnah zu erleben und mit ihnen Gespräche zu führen, sei sehr beeindruckend gewesen. „Wir haben auch darüber gesprochen, dass man sich hier über den Zustrom von Flüchtlingen nicht wundern muss, wenn Deutschland auf der anderen Seite Waffen in die Welt verkauft“ und auf diese Weise kriegerische Auseinandersetzungen fördere.

Die Reise nach Liverpool war etwas Besonderes

Und noch eine große Chance hatte der 19-Jährige, die er als etwas ganz Besonders wahrgenommen hat: Die Reise nach Liverpool, wo die Ruhrtalente in englischen Gastfamilien wohnten. „Weil ich Flugangst habe, durfte ich mit dem Zug anreisen. Das alleine war schon eine spannende Erfahrung.“

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