Trauer um Schalke-Legende

Beisetzung von Rudi Assauer findet im Familienkreis statt

An der Tausend-Freunde-Mauer vor der Veltins Arena haben Trauernde Kerzen im Gedenken an den verstorbenen Rudi Assauer aufgestellt.

An der Tausend-Freunde-Mauer vor der Veltins Arena haben Trauernde Kerzen im Gedenken an den verstorbenen Rudi Assauer aufgestellt.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Rudi Assauer wird in aller Stille beigesetzt. Ein Kondolenzbuch liegt ab Samstag aus. Wird in Gelsenkirchen bald eine Straße nach ihm benannt?

Auf Wunsch der Familie wird Schalke-Legende Rudi Assauer im engsten Kreis in aller Stille beigesetzt werden. Das teilte der FC Schalke 04 auf Nachfrage mit. Der einstige Schalke-Manager war am Mittwochnachmittag im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Ort und Zeitpunkt der Beerdigung werden nicht bekanntgegeben.

Kondolenzbuch wird ab Samstag ausliegen

Schalke selbst wird am Samstag, 9. Februar, in der Arena ein Kondolenzbuch auslegen, in das sich jeder, der dem Verstorbenen auf diesem Wege die letzte Ehre erweisen möchte, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr eintragen kann. Das Buch, das derzeit in einer Buchbinderei in Handarbeit hergestellt wird, wird bis einschließlich Freitag, 15. Februar, 18 Uhr, im Haupteingang des La-Ola-Bereichs ausliegen.

Aber auch online wird es die Möglichkeit geben, sich in ein virtuelles Kondolenzbuch einzutragen. Das wird in Kürze auf der Homepage von Schalke zu finden sein.Ob der Verein selbst eine größere Trauerfeier in der Arena ausrichten wird, möglicherweise vor einem der nächsten Heimspiele, darüber wird derzeit noch beraten.

„Trompeten-Willy“ alias Wilhelm Plenkers trauert

Die ersten Fans stellten derweil an der Tausend-Freunde-Mauer vor der Arena Kerzen auf, legten einen Schalke-Teddybären, Blumen und Beileidskarten nieder, um ihrer Trauer um Rudi Assauer Ausdruck zu verleihen. Betroffen stand am Donnerstag auch „Trompeten-Willy“ alias Wilhelm Plenkers vor der Arena, zusammen mit Gästen vom FC Nürnberg. Zwischen beiden Vereinen besteht eine enge Fanfreundschaft.

„Trompeten-Willy“, der seit 1982 bei Spielen zur „Attacke“ bläst, hatte kurz vorm Pokalspiel-Anpfiff vom Tod Rudi Assauers gehört: „Ich war geschockt, musste mich erst mal an die Wand lehnen und Luft holen.“ Über Assauer sagt die Kult-Figur: „Ich durfte ihn Freund schimpfen. Ohne ihn hätte es den Trompeten-Willy nicht gegeben.“

Assauers Tod auch Thema im Hans-Sachs-Haus

Überall in Gelsenkirchen bewegt Assauers Tod die Menschen. In den Einkaufsmeilen und Cafés dieser Stadt, in Bussen und Bahnen ist er am Donnerstag immer wieder Thema – auch im Hans-Sachs-Haus. „Viele Menschen unterhalten sich hier darüber“, so Stadtsprecher Oliver Schäfer. „Viele haben persönliche Erinnerungen, die sie jetzt miteinander teilen.“

Rudi-Assauer-Straße oder Rudi-Assauer-Platz?

Die Stadt erreichte mittlerweile auch die Anfrage, ob in Zukunft eine Straße oder ein Platz nach dem berühmten Fußball-Manager benannt werde. Das sei zurzeit jedoch noch kein Thema. „Es gibt dazu in dieser Stadt keine definierten Regeln“, sagt Schäfer.

Nach bisheriger Praxis sei es aber üblich, wenigstens ein Jahr zu warten – „aus Pietätsgründen“. Die Familie solle erst einmal Zeit zur Trauer haben. Die Stadt hat am Donnerstag als Zeichen der Wertschätzung und des Respekts die Flaggen am Hans-Sachs-Haus auf Halbmast gesetzt.

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