Zoom-Erlebniswelt

Ausbrecher-Luchs Findus verlässt Gelsenkirchener Zoo

Der Ausbrecher zieht um: Luchs Findus verlässt seine Clara, mit der er sich ohnehin schlecht verstanden hat. Der Kater kommt in einen Wildpark bei Hamburg. Foto:Zoom

Der Ausbrecher zieht um: Luchs Findus verlässt seine Clara, mit der er sich ohnehin schlecht verstanden hat. Der Kater kommt in einen Wildpark bei Hamburg. Foto:Zoom

Gelsenkirchen.   Der Luchskater ist ein Wiederholungstäter. Nun verlässt er den Zoo, im Gegenzug kommt Luchs Lenny. Über die Fluchtgründe gibt es derweil Streit.

Kater Findus, der findige Ausbrecher, muss gehen: Am Rosenmontag verlässt der Luchskater die Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen. Er wird ein neues Zuhause im Wildpark Schwarze Berge finden. Im Gegenzug wird ein neuer Luchs in Gelsenkirchen eingewöhnt.

Eine Woche lang sorgte der zwei Jahre alte Luchs Ende Januar für Schlagzeilen. Der Ausreißer wurde in der ganzen Republik bekannt, sein Streifzug durch die nähere Nachbarschaft verfolgt – bis zum glücklichen Ende nach einem gezielten Betäubungsschuss durch die Zoom-Tierärztin.

Das Tier wird immer wieder seine Grenzen austesten

Dass er sich nicht so recht mit Luchsdame Clara vertragen hat, könnte zur Flucht beigetragen haben. „Nach seinem Ausflug hat Findus sich noch weniger mit seiner Luchsdame verstanden“, so Frank Ahrens, der zoologische Leiter. Das sei aber nicht der einzige Grund für die Abgabe des Katers. Findus hätte in Gelsenkirchen gelernt, sein Gehege zu verlassen, und werde immer wieder seine Grenzen austesten. So seien Tiere, insbesondere Katzen nun mal, laut Ahrens.

Wie er den „Ausbruch“ geschafft hat, ist derweil strittig. Über Eisschollen im gefrorenen Gehege-Wassergraben habe er den Absprung geschafft, lautet eine Erklärung. Solche „Fehler können passieren, sollten sich aber nicht wiederholen“, stellte die Geschäftsführung dazu intern fest.

Im Herbst gelangte Findus schon einmal in die Freiheit

In einem anonymen Brief, offenbar aus Tierpflegereisen, heißt es dagegen, dass Findus über „ein vorhandenes Lehrrohr im Wasser eine schöne Sprungschanze gefunden hat. Dieses Lehrrohr ist mit bloßem Auge zu sehen. Dieses wurde auch im Herbst so dargestellt“, leider habe man den Hinweisgebern damals nicht geglaubt. Der Hinweis auf den Herbst ist nicht ohne Bedeutung: Denn damals gelang Findus schon einmal der Sprung aus seinem Gehege, wie jetzt auch Zoom-Sprecherin Sabine Haas auf Nachfrage bestätigte. Der Luchs kam nicht weit, er wurde im nahen Umfeld wieder eingefangen.

Dass das Gehege unsicher sei, heißt es in dem Brief, sei danach mehrfach angesprochen worden. „Getan hat man leider gar nichts“.

Auf die Anlage wurde Findus seit Januar nicht mehr gelassen, auch wird nun umgebaut. Im Wildpark Schwarze Berge erwartet den Luchskater ein naturnah gestaltetetes Gehege, umgeben von einem vier Meter hohen Zaun. Im Gegenzug erhält der Zoom einen Luchskater aus dem Wildpark in der Nähe von Hamburg. Lenny, 2011 geboren, lebte bis jetzt allein. Er kommt zunächst einige Wochen in Quarantäne in Gelsenkirchen und wird dann mit Clara, der Luchskatze, zusammengewöhnt werden. Leider besteht für diesen Kater wie für Findus bis auf weiteres ein Zuchtverbot, da beide, so Haas, keine unterartenreinen europäischen Luchse seien. „Nachwuchs wird sich nicht einstellen.“

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