Ausbildungsstellenbörse

Ausbildungsbörse in Gelsenkirchen: Stadt wirbt für Lehre

Ein direktes Zusammentreffen mit Arbeitgebern war unter Corona-Bedingungen nicht möglich. Dafür fanden Jugendliche bei der Ausbildungsbörse im Hans-Sachs-Haus zahlreiche noch offene Stellen.

Ein direktes Zusammentreffen mit Arbeitgebern war unter Corona-Bedingungen nicht möglich. Dafür fanden Jugendliche bei der Ausbildungsbörse im Hans-Sachs-Haus zahlreiche noch offene Stellen.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  In Gelsenkirchen sind noch Ausbildungsplätze frei. Um Bewerber und Stellen zusammenzubringen, veranstaltete die Stadt eine Ausbildungsbörse.

Die Corona-Pandemie hat auch den Ausbildungsmarkt massiv ausgebremst: Unternehmen verschoben die Lehrstellenbesetzung, Jobmessen konnten nicht stattfinden und bei Schülern rückte die Berufswahl in den Hintergrund. Um Bewerber und Ausbildungsplätze doch noch zusammenzubringen, haben die Stadt, die Agentur für Arbeit und das Integrationscenter für Arbeit eine gemeinsame Ausbildungsstellenbörse im Hans-Sachs-Haus veranstaltet. Unter Einhaltung der Hygieneregeln luden sie 60 junge Menschen ein, die bisher noch keine Lehrstelle gefunden haben.

Aktuell sind in Gelsenkirchen noch mehr als 400 Ausbildungsplätze unbesetzt. Während in den letzten Jahren stets ein leichtes Ungleichgewicht zuungunsten der Bewerber herrschte, gibt es momentan sogar mehr Stellen als Suchende. „Viele Unternehmen suchen noch händeringend“, weiß Frank Thiemann, Chef der Gelsenkirchener Agentur für Arbeit. Deshalb ermöglichen es Betriebe, Kammern und Berufsschulen in diesem Jahr, später als geplant in die Ausbildung einzusteigen. „Ausbildungen können auch bis zum Jahresende noch gestartet werden. Solange geben wir unsere Bemühungen nicht auf“, sagt Dirk Sußmann, Geschäftsführer des Jobcenters Gelsenkirchen.

Berufsberater beraten die Jugendlichen und geben Tipps für die Bewerbungen

Statt Arbeitgebern waren bei der Ausbildungsstellenbörse diesmal Berufsberater vor Ort, die die jungen Leute berieten, ihre Bewerbungen checkten und mit ihnen über alternative Jobmöglichkeiten sprachen. Anja Habeth von der Berufsberatung der Arbeitsagentur berichtet von guten Gesprächen: „Für die jungen Leute kamen jeweils mehrere Stellen in Frage. Wir sind gemeinsam ihre Bewerbungen durchgegangen, sie können sie noch einmal ergänzen und dann leite ich sie an die Arbeitgeber weiter.“ Der direkte Draht über den Arbeitgeberservice habe sich bisher oft als hilfreich erwiesen.

Eine, die noch sucht, ist Jasmin Kuleta aus Buer. Sie schloss bereits im Januar die Schule ab und ist seitdem auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Büro- oder Verwaltungsbereich. „Wie viele Bewerbungen ich schon geschrieben habe, weiß ich gar nicht mehr – auf jeden Fall waren es viele“, erzählt die 20-Jährige. Sie habe viele Absagen bekommen, die explizit mit der Corona-Situation begründet worden seien. „Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf und hoffe, dass es hier klappt.“

Chef der Arbeitsagentur: Ausbildungsplätze in verschiedenen Branchen frei

Unter den noch offenen Stellen sind laut Arbeitsagentur-Chef Thiemann einige, die auch unter normalen Umständen schwer zu besetzen sind: Bäcker, Metzger, Lebensmittelfachverkäufer oder Koch zum Beispiel. Aber auch wer ins Büro wolle, habe gute Chancen: Unter anderem würden noch Notars- und Rechtsanwaltsfachangestellte und Bürokaufleute gesucht. Thiemann betonte die Wichtigkeit, trotz Krise auszubilden: „Die Arbeitgeber sichern sich durch die Ausbildung ihre Fachkräfte von morgen – auch nach Corona.“

Auch zuvor hatte die Stadt schon verstärkt für die Ausbildung geworben. „Die Börse ist ein weiterer Baustein, mit dem die Stadt gemeinsam mit Kooperationspartnern an einer Ausbildung interessierte Jugendliche erreichen will“, so Oberbürgermeister Frank Baranowski. „Ich erinnere an die bereits gelaufenen Beratungstage in Gelsenkirchener Berufskollegs, an die Info-Grafiken auf Bussen und Plakatwänden und an die sehr gut angenommenen Social-Media-Clips.“

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