Arbeit & Tarifstreit

Aufruf zum Warnstreik: Gelsenkirchen steht am Dienstag still

Die Gewerkschaft Verdi ruft auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Gelsenkirchen Heinrich-König-Platz Kundgebung - einzeln Personalratsvorsitzender Thomas Czaikowski - 17 von 23 Geschäftsstellen beteiligt Foto: Uli Kolmann

Die Gewerkschaft Verdi ruft auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Gelsenkirchen Heinrich-König-Platz Kundgebung - einzeln Personalratsvorsitzender Thomas Czaikowski - 17 von 23 Geschäftsstellen beteiligt Foto: Uli Kolmann

Foto: Uli Kolmann / WAZ

Gelsenkirchen.  Am Dienstag, 29. September, werden in Gelsenkirchen Teile des öffentlichen Lebens still stehen. Die Gewerkschaft Verdi ruft zum Warnstreik auf.

Alle Berufspendler, die im Stadtgebiet mit Bus und Bahn unterwegs sind, müssen sich am nächsten Dienstag nach einer Alternative umsehen: Bogestra und Vestische haben angekündigt, dass sich ihre Beschäftigten am Warnstreik im öffentlichen Dienst beteiligen werden. Der ÖPNV in der Stadt steht deshalb still.

Die Vertreter der Gewerkschaft Verdi haben auch die Beschäftigten der Stadtverwaltung, von GeKita und Gelsendienste (Müllentsorgung, Straßenreinigung, Garten- und Landschaftsbau und Reinigungsdienste) sowie vom Jobcenter zum Warnstreik aufgerufen.

Verdi: „Eine angemessene Lohnerhöhung muss her“

Bernd Dreisbusch, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Mittleres Ruhrgebiet, betont, dass das Verhalten der Arbeitgeber nicht hinnehmbar sei: „Die Beschäftigten, die während der Pandemie den Laden am Laufen gehalten haben und immer noch halten, haben sich über den Applaus gefreut. Doch jetzt muss auch eine angemessene Entgelterhöhung her.“

Andrea Bornemann, für den Fachbereich Gemeinden in Gelsenkirchen zuständige Gewerkschaftssekretärin, ergänzt: „Seit Beginn der Corona-Krise arbeiten viele Beschäftigte bei der Stadt Gelsenkirchen und den eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen unter ganz besonderen zusätzlichen Belastungen.“ Das gelte etwa für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Müllabfuhr, im Reinigungsbereich, bei den Ordnungsbehörden oder im Gesundheitsamt. „Sie alle haben mit enormen Einsatz wesentlich mehr gearbeitet als ohnehin schon vor der Pandemie. Für diesen Einsatz erwarten sie zu Recht ein faires Angebot“, sagt Bornemann.

Verdi fordert ein Einkommensplus von 4,8 Prozent für die Beschäftigten

Eine dritte und bisher letzte Verhandlungsrunde ist ab dem 22. Oktober geplant. Betroffen sind von den Verhandlungen neben den Beschäftigten der Stadtverwaltung auch die Seniorenzentren, die Sparkassen, Krankenhäuser, Energieversorgungsunternehmen und weitere Einrichtungen des Landes und des Bundes.

Verdi fordert für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent bzw. einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro monatlich angehoben werden.

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