Gelsenkirchen. Willkommenskultur für Ukrainer in Deutschland? Es gibt auch Gegenbeispiele, wie der schwierige Fall eines Paars in Gelsenkirchen zeigt.

Leonid Silich ist Pazifist – für ihn ist dieser Krieg nichts weiter als sinnlos. Statt sich für sein Heimatland, für die Ukraine, an der Front zu opfern, wollte er bei seinen Geliebten sein. „I think, men should protect their family first“, sagt auch seine Lebensgefährtin Hanna Savoda, die in der Ukraine als Englisch-Dozentin arbeitete – zuallererst müssten Männer ihre Familie beschützen. Warum, fragt die 32-Jährige, die aus Kreminna, einer längst zerstörten Stadt im Osten der Ukraine kommt, sollte man für ein Land sterben, das es nicht schaffe, sein Volk zu beschützen? Es ist eine Haltung, für die das Paar viel Gegenwind bekommt bei anderen, zumeist weiblichen Kriegsflüchtlingen, die hier in Gelsenkirchen leben. Aber das, sagen die beiden, hielten sie aus. Schwierig sei das Leben hier aus ganz anderen Gründen.