Gelsenkirchen. Sollte „oben ohne“ für Frauen in Schwimmbäder erlaubt sein? Die FDP Gelsenkirchen fände „ein FKK-Gebot zu bestimmten Zeiten“ besser.

„Oben ohne“ in Gelsenkirchens Schwimmbäder? Was die Grünen-Politikerin Mabel-Mara Platz jüngst als Mittel der „Entsexualisierung“ des weiblichen Körpers gefordert hat, hält die Gelsenkirchener FDP für keine gute Idee. „Wir müssen an anderen Stellen ansetzen“, fordert Susanne Cichos, Fraktionschefin der Gelsenkirchener Liberalen jetzt. Statt das oberkörperfreie Schwimmen für Frauen zu erlauben, schlägt sie eine Testphase für ein FKK-Gebot zu bestimmten Zeiten vor.

„Wir leben in einer immer noch patriarchalen Gesellschaft, unsere Körper werden ständig bewertet und sexualisiert“, sagt Cichos. In unserer Gesellschaft sei die weibliche Brust nach wie vor ein anderes sexuelles Zeichen als die männliche Brust. Das könne man nicht verändern, indem frau einfach so tue, als sei es dasselbe. Mabel-Mara Platz hingegen forderte „das gleiche Recht wie Männer“ ein.

Warum die Gelsenkirchener FDP ein FKK-Gebot in Gelsenkirchens Schwimmbädern testen möchte

„Mir fehlt der Kampf für die Gleichheit unter Frauen“, findet aber Cichos und verweist „auf das gängige Klischee, dass nackte Frauen zu schönen, stolzen, starken Frauen erhebt“. Die ukrainische Gruppe „Femen“ habe mit ihren barbusigen Aktionen Weltruhm erlangt. In Augen von Cichos das einzige Manko dabei: Die Femen wirkten wie aus einem Modekatalog entsprungen. „Was passiert in den Köpfen von älteren Frauen mit hängenden Busen? Was passiert mit jungen Mädchen, die dem Idol nicht entsprechen?“, fragt die Liberale und macht darauf aufmerksam, dass die Nachfrage nach chirurgischen Brustwarzenverkleinerungen im Zuge der internationalen „Nipple-Free-Kampagnen“ in sozialen Medien deutlich angestiegen sei.

„Frauen plötzlich nackte Brüste im Freibad zu erlauben, ist etwas anderes, als wenn in einem FKK-Bereich ein grundsätzliches Kleidungsverbot herrscht und wirklich alle gleich behandelt werden“, ist die Fraktionsvorsitzende deshalb überzeugt. Hier könnte aus ihrer Sicht ein FKK-Gebot in den Gelsenkirchener Schwimmbädern zu festen Zeiten ansetzen.