Gelsenkirchen. Schöne Auszeichnung für den Gelsenkirchener Fotografen Gregor Wildförster: Das Fotomuseum Görlitz zeigt Arbeiten seines „Aphrodite-Projektes“.

Mit seinem „Aphrodite-Projekt“ hatte Gregor Wildförster bundesweit für Aufsehen gesorgt. Hunderte Frauen jeglichen Alters ließen sich von dem Gelsenkirchener Fotografen ablichten – und zwar nur mit einer leichten Stoffbahn bekleidet und eine bestimmte Pose einnehmend. Nun wird dem Initiator eine besondere Ehre zuteil: Denn zahlreiche Aufnahmen aus dieser Reihe werden ab diesem Samstag, 22. Oktober, im Fotomuseum Görlitz ausgestellt.

Schönheit ist so viel mehr als nur das Ideal der gesellschaftlichen Mehrheit

„Aphroditen“ in abgerockter Industriekulisse: Die Gruppeninszenierungen des Gelsenkirchener Fotografen Gregor Wildförster begannen im Jahr 2019.
„Aphroditen“ in abgerockter Industriekulisse: Die Gruppeninszenierungen des Gelsenkirchener Fotografen Gregor Wildförster begannen im Jahr 2019. © Wildförster

Mit seinem Projekt wollte der in Horst lebende und arbeitende Wildförster vor allem jene Frauen erreichen, „die Schwierigkeiten damit haben, Selbstliebe zu empfinden“. So hatte er es im Interview beschrieben, das die WAZ Anfang dieses Jahres mit dem Fotografen geführt hatte. Schönheit sei nämlich viel mehr als nur jenes Ideal, das den Vorstellungen einer Mehrheit der Gesellschaft entsprechen und genügen würde, so der 59-Jährige. Sie habe eine deutlich größere Bandbreite. Deswegen war das „Aphrodite-Projekt“ für ihn auch eine Art Mission: „Ich wollte allen Frauen mit Hilfe dieser Bilder zeigen, dass auch sie schön sind.“

Die Vielfalt der weiblichen Schönheit – unabhängig von Alter, Statur oder Herkunft – ist nun auf jenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu bestaunen, die ab Samstag einer breiten Öffentlichkeit in Görlitz gezeigt werden. Die Ausstellung dort mit Wildförsters Arbeiten läuft bis zum 31. Dezember (immer freitags bis sonntags, 12-16 Uhr). Sie soll auch ein Zeichen der Ermutigung und Stärkung in Zeiten von verstärktem „Bodyshaming“ sein. Denn gerade in den sozialen Medien im Internet wird immer nur dasselbe, eng gefasste Schönheitsideal der schlanken, jungen Frau idealisiert. Frauen, die anders aussehen, bekommen dadurch manchmal Probleme mit ihrem so anders aussehenden Körper.

Abschluss-Shooting des „Aphrodite-Projekts“ fand im Gelsenkirchener Nordsternpark statt

Inspiriert wurde Wildförster bei diesem Fotoprojekt durch eine Begegnung mit der antiken Aphrodite-Kallipygos-Statue. Diese schaut an sich herunter – und findet sich selbst erkennbar schön. Seit 2013 inszeniert er fotografische Variationen dieser Statue mit Frauen jeden Alters und unterschiedlicher Körperformen.

Im Jahr 2019 begann Wildförster dann damit, Gruppenfotos nach diesem Konzept zu inszenieren. Hieraus erwuchs der Gedanke, Aphrodite-Gruppenbilder in jedem der 16 Bundesländer zu fotografieren. Dieses Projekt fand im Mai 2022 seinen Abschluss im Nordsternpark in Horst.