Gelsenkirchen. Viele Kinder infizieren sich mit Corona. Was können Eltern bei einer Erkrankung tun, was gehört in die Hausapotheke? Tipps vom Kinderarzt.

Die Corona-Zahlen gerade bei den Jüngsten explodieren, auch in Gelsenkirchen. Besonders hoch ist die Inzidenz derzeit bei Kindern und Jugendlichen. Viele Eltern umsorgen wahrscheinlich schon jetzt ein krankes Kind zuhause, pflegen und kümmern sich. Und die Sorgen um die Gesundheit der Kleinen werden vielerorts groß sein. Was können Eltern nun tun, wie die Symptome lindern? Das rät Dr. Christof Rupieper, Sprecher Gelsenkirchener Kinderärzte.

Wie kann ich die Beschwerden zunächst grundsätzlich lindern?

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„Wie bei allen anderen Infektionskrankheiten“, erklärt Christof Rupieper. Er rät bei Schmerzen oder Grippegefühl bei den Jüngsten zu Mitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol.

Welche Medikamente gehören in die Hausapotheke?

„Es sind nur wenige Medikamente nötig: gegen Schmerzen Ibuprofen und Paracetamol, Nasenspray, etwas gegen Übelkeit und Erbrechen“, rät Rupieper. Seiner Erfahrung nach beunruhige Fieber Eltern immer besonders. „Dabei ist Fieber ein Zeichen, dass der Körper sich wehrt“, erklärt der Kinderarzt. Das Immunsystem funktioniert am besten, wenn die Körpertemperatur mindestens 2 Grad über normal liegt. Er warnt: „Jedes Mal wenn das Fieber gesenkt wird, wird die körpereigene Immunantwort gedrosselt.“

Sein Tipp: Bei Fieber sollte man das Kind zunächst nur leicht bekleiden. Dabei können Arme und Beine ruhig frei sein. Wenn die Kinder kalt sind, helfe eine leichte Decke. Und wenn das Kind appetitlos scheint – es muss nicht essen, beruhigt Rupieper. „Kochen Sie das Lieblingsgericht, wenn es essen mag“, ist sein Rat.

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Gibt es darüber hinaus noch weitere „Hilfsmittel“, die anschlagen könnten?

„Es gibt eine Reihe Hausmittel und Traditionen. Der Beleg, dass die traditionellen Hausmittel zu einer schnelleren Heilung führen, ist wissenschaftlich nicht belegt“, so Rupieper. Aber darum gehe es nicht. Ist es eine leckere Suppe, die darüber hinaus hilft – oder vielleicht doch besser ein selbst gemachter Pudding? Oder der Kinderfilm im Fernsehen? Jede Familie müsse ihre Familientradition und ihr Familienritual entwickeln, ist der Mediziner überzeugt.

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Wann sollten Eltern unbedingt mit ihrem Kind ins Krankenhaus?

Das entscheidende Kriterium sei der Allgemeinzustand. „Wirkt das Kind weiterhin fröhlich oder ist es nur wenig beeinträchtigt, kann man abwarten und auf die Selbstheilungskräfte setzen.“ Bei Fieber sollten Eltern von Säuglingen schneller einen Arzt aufsuchen, ab dem Kleinkindalter könnten sie ruhig ein bis zwei Tage abwarten. Allerdings: „Ist das Kind apathisch, und verhält es sich auffällig, ist es sehr schlapp oder macht es sich steif, hat es Schmerzen, sollte man unverzüglich einen Arzt aufsuchen“, so der Rat des Mediziners.