Schalke

Antisemitische Schmiererei auf Schalke-Graffiti: Staatsschutz ermittelt

Schmierereien verunstalten das Graffiti-Kunstwerk der Schalker Fanszene. Für Ärger sorgt der Schriftzug „Juden S04“.

Schmierereien verunstalten das Graffiti-Kunstwerk der Schalker Fanszene. Für Ärger sorgt der Schriftzug „Juden S04“.

Foto: Stefan Bunse

Gelsenkirchen-Schalke.   Schalker Fan-Initiative gegen Rassismus und Diskriminierung sieht in antisemitischer Schmiererei eine Grenze überschritten. Der Staatsschutz ermittelt.

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Auf dem Weg zum Stadion haben Schalke-Fans vor dem Erstligaspiel gegen Hannover 96 eine unschöne Entdeckung gemacht: Ein großes Graffiti-Kunstwerk wurde von Unbekannten verunstaltet. Das Kunstwerk ist an einer Brücke, unter der man von der Kurt-Schumacher-Straße aus in Richtung Parkplätze vorbeikommt.

Das ursprüngliche Motiv, unter anderem ein Junge und ein Senior in Schalke-Kleidung, war von der Fanszene gestaltet worden. Nun prangen dort beispielsweise die Beleidigungen „GE verrecke“ und „Stellt euch ihr Wixxer“.

Dass ein Graffiti verhunzt wurde, findet der Vorsitzende der Schalker Fan-Initiative, Sven Schneider, unschön, doch besonders ärgert ihn der Schriftzug „Juden S04“. „Das ist antisemitisch und zielt auf unsere Fanszene. Denn wir haben uns antirassistisch positioniert.“

Rassismus wird in Schalker Szene nicht geduldet

Zwar seien Schmähgesänge und Beleidigungen zwischen rivalisierenden Fangruppen üblich, und gerade ein Derby gewinne an Dynamik und Spaß, wenn man sich gegenseitig hochnehme. Doch Diskriminierung, Sexismus und auch Homophobie seien für die Schalker Szene inzwischen eine rote Linie.

Und die Schmiererei unter der Brücke überschreite „ganz klar eine Grenze“, sagt Schneider. „Das ist keine übliche Kabbelei unter Fußballfans.“ Ihm sei wichtig, dass nicht der Eindruck entstehe, dass solche grenzüberschreitenden Beleidigungen normal seien und man sie hinnehmen müsse. „Rassismus wird bei uns nicht geduldet, und Jude ist in der Schalker Szene definitiv keine Beleidigung.“

Sven Schneider fordert, dass sich alle Fußballfans und alle Vereine klar gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung stellen. Denn leider würden solche Grenzüberschreitungen wieder zunehmen – jedoch nicht von Schalkern, sondern von rivalisierenden Gruppen.

Staatsschutz hat Ermittlungsverfahren eingeleitet

Mit der Schmiererei beschäftigt sich inzwischen der Staatsschutz, so ein Polizeisprecher auf WAZ-Anfrage. Ein Ermittlungsverfahren sei eingeleitet.

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