Prozess

Anklage: Opa missbraucht Freundin seines Enkelsohnes

Vor dem Landgericht Essen muss sich der Gelsenkirchener wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen verantworten.

Vor dem Landgericht Essen muss sich der Gelsenkirchener wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen verantworten.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen  Das Vertrauen der Freundin seines Enkels soll ein 60-Jähriger ausgenutzt und sie missbraucht haben. Vor Gericht weist er die Vorwürfe zurück.

Es geschah im Sommer 2017, aber noch immer fällt es der heute 15-Jährigen schwer, darüber zu reden. Sie soll im Gelsenkirchener Stadtteil Schalke vom Opa ihres Spielkameraden sexuell missbraucht worden sein, und das erzählt sie am Dienstag den Richtern am Landgericht Essen. Der Vorsitzende Volker Uhlenbrock lobt sie nachher für ihre Aussage: „Das hast Du gut gemacht.“

Der 60 Jahre alte Angeklagte äußerte sich am Dienstag nur knapp, wies die Vorwürfe der Anklage pauschal zurück. Er soll in den Sommerferien 2017 das Vertrauen der damals 13-Jährigen ausgenutzt haben. Sie war damals auf der Suche nach dem Enkelsohn des Angeklagten, wollte mit ihm spielen. Er bot ihr an, im Wohnhaus des Enkels zusammen mit dem Mädchen zu suchen. Dabei soll er die 13-Jährige ins Elternschlafzimmer gelotst haben.

Zungenkuss als eklig empfunden

Dort habe er sie unvermittelt aufs Bett geworfen und sich auf sie gelegt. Er soll die laut Anklage damals „sexuell gänzlich unerfahrene“ Schülerin geküsst haben, mit einem Zungenkuss. Sie habe das als eklig empfunden, fürchtete auch schwanger zu werden.

Sie versuchte laut Anklage immer wieder, ihn von sich zu stoßen, dennoch soll er sie an Brüste, Po und Beine gefasst haben, alles allerdings oberhalb der Kleidung. Irgendwann entkam sie ihm.

Lehrerin fiel das veränderte Verhalten auf

Lange Zeit soll sie sich nicht getraut haben, anderen von dieser Tat zu erzählen. Schließlich sprach eine Lehrerin sie an. Ihr war ein verändertes Verhalten des Mädchen aufgefallen. Bei ihr offenbarte sich die 13-Jährige. Die Lehrerin informierte danach die Familie.

Im Mai 2018 ging das Mädchen mit seiner Mutter zur Polizei und erstattete Anzeige. An zwei weiteren Prozesstagen will die V. Jugendschutzkammer klären, was an den Vorwürfen dran ist

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben