25 Jahre Berufung

Amigonianer-Bruder Anno schätzt das Leben in Gelsenkirchen

Bruder Anno vom Amigonianer-Orden feiert 25 Jahre Berufung.

Foto: Olaf Ziegler

Bruder Anno vom Amigonianer-Orden feiert 25 Jahre Berufung.

Gelsenkirchen-Feldmark.   Jens Anno Müller, den man als Bruder Anno kennt, legte vor 25 Jahren sein Gelübde bei den Amigonianern ab. Als 19-Jähriger trat er dem Orden bei.

Jens Anno Müller hat gleich zwei Mal „ja“ zu Gott gesagt: Am 15. September 1993 bei der „Ewigen Profess“ in Köln und Ende 1998 bei seiner Priesterweihe in Gelsenkirchen-Heßler. Am Sonntag feiert der 51-Jährige, den alle als Bruder Anno kennen und schätzen, sein silbernes Berufungsjubiläum. Er gehört dem Amigonianer-Orden an, einer Gemeinschaft im Dienst der Jugend.

Als er vor 25 Jahren sein „ewiges Gelübde“ gab, hatte Bruder Anno längst das Wohlergehen junger Menschen fest im Blick. Aufgewachsen in einem katholischen Elternhaus, das Bildung, Sport und Musik förderte, eine glückliche, unbeschwerte Kindheit, die nicht allen zuteil wird, haben in ihm früh den Gedanken reifen lassen, etwas davon zurückzugeben.

Ordenslaufbahn begann in Burgos

„Ich habe damals schon gespürt, dass das nicht von selbst kommt, sondern etwas mit Gott zu tun hat“, sagt er. Wie gut, dass er als Jugendlicher die Amigonianer in der Nachbarschaft hatte. Man traf sich, redete miteinander. Es ging freundschaftlich locker zu. Ja, auch der spanische Lebensstil, den er als 19-Jähriger nach seinem Ordensantritt in Burgos erlebte, gefiel ihm. Und: „Die Perspektive, das ganze Leben mit Jugendlichen zu arbeiten, war einfach schön.“

Schülerhilfe in Schalke und Horst

Jens Anno Müller studierte in Köln und Bochum Sozialpädagogik, sattelte das Theologiestudium in Bonn und Bochum drauf, absolvierte ein berufsbegleitendes Aufbaustudium „Theologie der Spiritualität“ an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster. Nebenher erwarb der Kölner, der längst auch Schalke-Fan ist, praktische pädagogische Erfahrungen in der Gefängnisseelsorge im spanischen Burgos, in der Heimerziehung (GE und Köln) sowie in der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

In der Feldmark lebt Jens Anno Müller mit seinen Ordensbrüdern Alois und Lucinio in einem kleinen Haus mitten in „seiner“ Gemeinde. Wobei... diese Gemeinde, wenn man die 150 Kinder und Jugendlichen, die die Amigonianer täglich erreichen, zusammen nimmt, längst quer durch die Stadt geht. Neben dem Jugendtreff im Haus Eintracht in Schalke betreuen Mitarbeiter des Ordens Kinder im Schülertreff in der Hauptschule Grillostraße und in der Gesamtschule Horst.

Sozialpädagoge und Priester

„Ich finde es bis heute spannend, hier zu leben und Kinder begleiten zu können“, sagt er. „Die Familien wissen, dass wir Ordensbrüder sind, aber für die Menschen bin ich der Anno.“ Der die Nähe zu den Menschen schätzt, um die er sich bemüht. Die aus Italien, Polen, Syrien, aus Russland und der Türkei – oder einfach aus Gelsenkirchen stammen. Er schmunzelt. „Unter der Woche bin ich mehr Sozialpädagoge, am Wochenende eher der Priester.“ Sonntag ist Bruder Anno der, der mit Familie, Freunden und Wegbegleitern 25 Jahre Berufung feiert. Mit einem Gottesdienst und anschließender „Pommes-, Currywurst- und Kuchenschlacht“.

15 000 Euro für das Projekt Kids ins Team

Bruder Anno und der Rotary-Club Gelsenkirchen freuen sich über das Ergebnis des achten „Daganfutu“ – womit bekanntlich „Das ganz andere Fußballturnier“ gemeint ist. 15 000 Euro kamen bei dem von den Rotariern organisierten sportlichen Event in der Glückauf Kampfbahn zusammen, die nun ins Amigonianer-Projekt Kids ins Team fließen. Hinter dem Projektnamen Kids ins Team steht Sport: Ein- bis zweimal pro Woche können Mädchen und Jungen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren erste Fußball­erfahrungen sammeln und beide ortsansässigen Vereine – die DJK Adler Gelsenkirchen Feldmark und den VfB 09/13 Gelsenkirchen – kennenlernen.

Die hochmotivierte Gruppe trainiert unter fachlicher Anleitung auf der Sportanlage an der Fürstinnenstraße oder in der Sporthalle an der Hans-Böckler-Allee. Regelmäßig schaffen einige Kinder den Sprung in die Jugendmannschaften beider Vereine, was die Amigonianer und alle Beteiligten als echte Win-Win-Situation bezeichnen.

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