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Ärger um Unterschrift und Hundeverbot in Gelsenkirchen

Hündin Wendy mag Silvesterknallerei gar nicht. Überhaupt mögen Hunde wie auf diesem Symbolbild laute Geräusche nicht, weil ihr Gehör viel empfindlicher ist als das eines Menschen.

Hündin Wendy mag Silvesterknallerei gar nicht. Überhaupt mögen Hunde wie auf diesem Symbolbild laute Geräusche nicht, weil ihr Gehör viel empfindlicher ist als das eines Menschen.

Foto: Volker Herold

Gelsenkirchen.   Hochschul-Experte gibt der Verwaltung wegen ungültigem Schriftzug recht. Stölting-Geschäftsführer fassungslos über so wenig Wissen über Tierwohl.

Eine nach Jahren der unbeanstandeten Verwendung nicht mehr gültige Unterschrift und das Hundeverbot beim großen Hafenfest im Stadtquartier Graf Bismarck monieren zwei Leser.

Im Falle der Unterschrift hat sich Elizabeth Gröning an die WAZ und Dezernent Christopher Schmitt gewandt. Sie verstand die Welt nicht mehr. 35 Jahre lang hat sie nach eigenem Bekunden Ausweise, Reisepässe, Kredit- und Bankkarten sowie alle Verträge mit ‘epgröning’ unterschrieben.

Das hängt damit zusammen, dass philippinische Bürger noch einen Mittelnamen neben Vor- und Hausnamen führen. Dort ist die Gelsenkirchenerin als Elisabeth Parulan Gröning registriert. Auf die deutsche Regelung habe sie der Beamte bei ihrer Heirat 1983 hingewiesen, gegen eine einheitliche Unterschrift hüben wie drüben hatte er angeblich nichts einzuwenden.

Zusatzbuchstabe zum offiziellen Namen gilt als ungültig

Wohl aber jetzt, als es darum ging, einen neuen Reisepass zu beantragen. „epgröning“ wurde von der Verwaltung als ungültig erklärt. Begründung: Der Buchstabe p gehört weder zum Vor- noch zum Nachnamen, womit die Unterschrift nicht mehr der Vorschrift genügt.

Auf Nachfrage bei der Hochschule für öffentliche Verwaltung teilte uns ein Experte mit, dass „die Position der Stadt rechtens ist“. Eine gültige Unterschrift liegt nur dann vor, wenn der Schriftzug die Wiedergabe des Namens darstellt. Symbole, Bilder, Zeichen und eben auch ein nach deutschem Recht nicht zum Namen gehöriger Buchstabe sind unzulässig.

Empörung über Hundebesitzer beim Hafenfest

Beschwert hat sich auch eine Familie mit Vierbeiner, die voller Vorfreude zum Hafenfest nach Bismarck angereist ist, drei Euro Parkgebühr bezahlt und dann vor dem umzäunten Festgelände abgewiesen wurde, weil Hunde nicht erlaubt waren. Angeblich hätten keine Schilder darauf hingewiesen. Die WAZ hat dazu Veranstalter Stölting befragt.

In der mit einigem Ärger und Zynismus verfassten Antwort legt Geschäftsführer Dominik Mosbacher dar, dass „wir in 20-facher Ausfertigung durch Bilder auf dem Gelände klar signalisiert haben, dass Tiere auf solch einem abgesperrten Gelände und vor der Bühne nichts zu suchen haben“.

Spende für den Tierschutz und Aufklärungsgespräch

Dominik Mosbacher erinnert zudem an die Folgen, die Menschenmassen, dichtes Gedränge, laute Musik und Feuerwerk bei Hunden auslösen – Stress, Beißattacken und schwerwiegende Gesundheitsschäden. „Die drei Euro Parkgebühr, welche durch einen 1-Euro-Chip relativiert wurden, können wir natürlich erstatten. Abholen kann die Familie das Geld an der Willy-Brandt-Allee 316 in Erle. Alternativ spende ich gern an den Tierschutz und organisiere zudem ein Aufklärungsgespräch durch Fachpersonal mit dem Leser, welcher sich beschwert hat.“

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