Sport im Alter

90-jährige Gelsenkirchenerin schwimmt täglich im Zentralbad

Schwimmen hält fit: Die 90-jährige Rentnerin Annemarie Ostfeld schwimmt seit 1969 im Zentralbad Gelsenkirchen.

Schwimmen hält fit: Die 90-jährige Rentnerin Annemarie Ostfeld schwimmt seit 1969 im Zentralbad Gelsenkirchen.

Foto: Stadtwerke Gelsenkirchen

Gelsenkirchen-Altstadt.   Annemarie Ostfeld (90) besucht seit 1969 täglich das Zentralbad. Früher nutzte sie die Mittagspause, jetzt gehört sie zu den Frühschwimmern.

„Zu meinem Geburtstag habe ich viele Komplimente bekommen. Niemand denkt, dass ich 90 bin“, sagt Annemarie Ostfeld fröhlich. Selbst für ihre Ärzte sei sie ein Vorbild. Weder geistig noch körperlich lässt sich das Alter der Gelsenkirchenerin vermuten. Ob es an ihrem täglichen Ritual liegt, dass die Seniorin immer noch so fit ist? Denn seit 50 Jahren steigt Annemarie Ostfeld täglich ins Wasser.

Disziplin gehört dazu

Jeden Morgen um Punkt sieben Uhr geht es zu Fuß zum Zentralbad. Eine Stunde turnt die sportliche Rentnerin dann im kühlen Nass und zieht zügig ihre Bahnen. „Mir tut das gut. Wasser ist mein Element. Aber es gehört natürlich auch Disziplin dazu. Ich gehe schwimmen, egal ob es regnet oder schneit“, sagt sie. Im Anschluss an den Sport führt der Weg wieder nach Hause, es wird gefrühstückt und die WAZ gelesen. „Natürlich ist es auch wichtig, geistig fit zu bleiben“, so die 90-Jährige.

Annemarie Ostfeld zählt zu den wohl treuesten Besuchern im Zentralbad. Auch die anderen Frühschwimmer, an die 20 Leute, kennt sie bestens. Wenn sie mal doch einen Tag pausiert, wird sie gleich vermisst. „Ich war schon immer gern im Wasser“, sagt sie. Früher nutzte die ehemalige Verwaltungsangestellte – sie arbeitete 45 Jahre im Versorgungsamt – ihre Mittagspause, um ins Wasser zu kommen. „Da eine halbe Stunde doch recht kurz war, muss ich gestehen, habe ich ab und an mal meine Mittagspause etwas ausgedehnt“, sagt die Rentnerin lachend. „Meinen Badeanzug musste ich immer im Büro auf der Heizung trocknen“, ergänzt sie. Auch erinnert sie sich noch, dass sie schon als Kind das Schwimmen liebte und mit ihren Brüdern in den Rhein-Herne-Kanal stieg.

Urlaube an der See

Zweimal im Jahr reist die gebürtige Gelsenkirchenerin an die See. Manchmal besucht sie ihre Schwester an der Nordsee, aber auch zur Ostsee und zum Gardasee zog es sie. „Meine Urlaube haben auf jeden Fall immer etwas mit Wasser zu tun.“ Mittlerweile konnte sie auch ihre Tochter (64), die in Düsseldorf lebt, von ihrem sportlichen Hobby überzeugen. „Sie hat auch gemerkt, dass man durch viel Bewegung fitter bleibt und versucht jetzt auch, so oft wie möglich, zu schwimmen.“ Trotzdem, muss die Rentnerin zugeben, ganz vor dem Altern verschont bleibt auch sie nicht: „Künstliche Hüften und Bypässe haben mich jedoch nie gehindert, ins Wasser zu gehen.“

Ostfeld hat ein festes Ziel: „Ich möchte mit dem Schwimmen weitermachen bis ich 100 Jahre alt bin.“ Und sie hofft, dass sie bis dahin auch „ihr“ Zentralbad nutzen kann.

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