Biathlon auf Schalke

45.296 Fans beim Winterspaß im Schalker Fußballtempel

Dichte Gedräbnge herrschte im Winterdorf.

Foto: Thomas Gödde

Dichte Gedräbnge herrschte im Winterdorf. Foto: Thomas Gödde

Gelsenkirchen.   Jubel und Partystimmung bei der 16. Auflage des Joka-Biathlons: Fans scheuen weite Wege nicht, um das einzigartige Event zu erleben.

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Die Stimmung ist fantastisch. Drinnen, in der guten Fußballstube, die auf Winter getrimmt ist, und draußen, wo sich die Menschen durch die schmalen Gassen im Winterdorf drängen. Biathlon auf Schalke – zum 16. Mal, womit man ganz getrost von einer Traditionsveranstaltung zwischen den Jahren sprechen darf. Zumal von einer einzigartigen. Über 45.000 Fans haben auch lange Anfahrtstrecken zum königsblauen Fußballtempel nicht gescheut, um das Indoor-Spektakel der Extraklasse zu erleben. Um sich draußen von Ohrwürmern à la Helene Fischer beschallen zu lassen oder drinnen dem Alphorn zu lauschen.

Laura Dahlmeier musste Teilnahme absagen

Verzichten müssen Wintersportfreunde auf Biathlon-Königin Laura Dahlmeier, die ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt hat, weil sie krank ist. Das habe man ihr auf ihrer Video-Botschaft deutlich angesehen, sagt ein Augenzeuge. Aber es gibt Fans, für die Personenkult eher nebensächlich ist. „Für uns ist das kein Problem, dass Laura nicht dabei sein kann. Es sind ja noch viele andere Sportler hier“, sagt die Frau mit Eisbärenmütze. Sie ist mit einer ganzen Truppe aus Kassel hier. „Wir sind Biathlonfans. Und Schalke-Fans“, brüllt sie gegen den DJ auf der Partymeile an.

„Tiroler Mantaplatten“ spielen um Platz 3

Aus Kassel? Klar, wo ist das Problem. Ihr Stammlokal ist das „Uhrtürmchen“, wo Kasseler Schalker im Rudel königsblaue Spiele via Sky gucken. Aber heute geht es ja um Wintersport... Und der ist im wahren Wortsinn cool.

Etwas abseits vom lauten Musikgetöse, von Hüttengaudi, von tanzenden Gästen mit Glühwein oder Gerstensaft in der Rechten, da holen gerade die „Tiroler Mantaplatten“ tief Luft. Das Team aus Hamm – ein Österreicher ist dabei, was den Tiroler erklärt – spielt gleich um Platz 3 bei der Schneeballschlacht-Weltmeisterschaft.

Die Gegner – die „Snow Turtles“ – kommen aus Soest. Nebenan dringt Udo Jürgens „Griechischer Wein“ aus den Lautsprechern, was nicht so recht ins winterliche Ambiente passen will. Andreas Bouranis „Auf uns“ passt dagegen perfekt. Und bei den Toten Hosen und ihren „Tagen wie diesen“ schafft’s der Stimmungsmacher auf der Bühne sogar, einen ganzen Zuschauerchor zum Mitsingen zu bringen. Geht doch.

Rasseln und Anfeuerungsrufe entlang der Loipe

Mit Rasseln und Anfeuerungsrufen entlang der Kunstschnee-Loipe feuern die Sportfans derweil jeden einzelnen Biathleten lautstark an. Außerhalb der Arena müssen sich die Sportler ganz schön quälen am tückischen Anstieg. Beim Einlauf in die Halle ist jedem und jeder dafür der Beifall sicher. Über Leinwände und natürlich den Videowürfel können die Zuschauer das Außengeschehen verfolgen.

Biathlon auf Schalke

45 296 Besucher jubeln und feiern bei der 16. Auflage des Joka-Biathlons in der Arena. Fans scheuen weite Wege nicht, um das Event zu erleben.
Biathlon auf Schalke

Draußen dominiert die Farbe Orange, weil der Hersteller eines Kräuterlikörs Strohhüte springen lässt. Dazwischen fallen ausgefallene Kopfbedeckungen auf. Etwa die von zwei Freunden, die just aus Jamaika zurückgekehrt sind und ebendiese Farben auf ihren Mützen vereinen. Politisch nicht ganz korrekt, weil Rot mit drin steckt.

Der „Joka Biathlon World Team Challenge“, wie das einzigartige Event offiziell heißt, hat am Ende rekordverdächtige 45.296 Besucher, die mitfiebern und -feiern.

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