Junge Talente fördern

34 neue Scouts beenden einjährige Weiterbildung mit Zertifikat

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (1. Reihe Mitte) kam zur Zertifikatsübergabe.

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (1. Reihe Mitte) kam zur Zertifikatsübergabe.

Gelsenkirchen.   NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze überreichte die Zertifikate im NRW-Zentrum für Talentförderung in Ückendorf.

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Nach einem Jahr Weiterbildung haben die ersten 34 Talentscouts von sieben Ruhrgebietshochschulen ihre Zertifikate erhalten. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule (WH), begrüßte im NRW-Zentrum für Talentförderung auch Nordrhein-Westfalens Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Sie hatte es sich nicht nehmen lassen, den Talentförderern die Auszeichnung persönlich zu überreichen.

Eine Reise in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

„Wir luden euch auf eine Reise ein. Als Reiseführer haben wir euch ein Jahr begleitet, in eure Vergangenheit, eure Gegenwart und eure Zukunft, damit ihr bald selbst zu Reiseführern werdet“, sagte Diplom-Pädagoge Levent Semercioglu, der gemeinsam mit Diplom-Pädagogin Dorothee Ulrich – beide vom Talentzentrum – die Weiterbildung leitete. Während der berufsbegleitenden Weiterbildung wurden die Scouts in Workshops, Seminaren und Hospitationen u.a. in den Bereichen Beratungsarbeit, Kommunikation mit Medien oder effizientem Arbeiten im Übergang zwischen, in und mit relevanten Systemen unterwiesen.

„Wie eine große Familienfeier“

„Ich habe sehr viel gelernt und kann nun mit einem vollen Handwerkskoffer in die Schulen gehen. Der Tag heute ist wie eine große Familienfeier und ein schöner Abschluss der Weiterbildung. Ich bin sehr stolz“, sagte WH-Talentscout Seren Başoğul nach der Vergabe der Zertifikate. Auch seine Mitstreiter strahlten. Semercioglu und Ulrich werden sie auch weiterhin in Gruppensupervisionen begleiten. Im Frühjahr nächsten Jahres startet außerdem die zweite Weiterbildungsrunde für Scouts der sieben neuen am Projekt beteiligten Hochschulen in NRW.

Hintergrund der Arbeit: In Deutschland entscheiden oft nicht tatsächlich vorhandene Talente über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe. Hier setzt Talentscouting an. Zentrales Ziel ist, jungen Menschen gleiche Bildungschancen zu ermöglichen – unabhängig vom Einkommen, Bildungsstand oder Nachnamen.

Land stellt bis 2020 jährlich 6,4 Millionen Euro bereit

Talentierte Jugendliche aus weniger privilegierten Verhältnissen werden ermutigt, sich ein Studium oder eine Berufsausbildung zuzutrauen und dabei unterstützt, diesen Weg erfolgreich zu bestehen. Das NRW- Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung stellt dafür bis 2020 jährlich bis zu 6,4 Millionen Euro zur Verfügung. Im Herbst 2016 wurde das Talentscouting auf Hochschulen in ganz NRW ausgeweitet. Aktuell beteiligen sich 14 Hochschulen.

Erster Talentscout an der Universität Innsbruck

Auch an der Universität Innsbruck gibt es seit diesem Sommer den ersten Talentscout. „Talentescout-Tirol“ wurde nach dem Vorbild des an der WH entwickelten NRW-Talentscoutings von der Arbeitsmarktförderungs-Gesellschaft Tirol initiiert und nun von der Innsbrucker Uni übernommen. Das Bundesland Tirol finanziert das Projekt. Mit Dr. Reinhard Starnberger arbeitet der erste Talentscout an einer österreichischen Hochschule. In dieser Woche besuchte er das Talentzentrum in Ückendorf und tauschte sich mit den „Vätern“ des Talentscoutings, Marcus Kottmann und Suat Yılmaz, aus.

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