Fairtrade

32 angehende Köche brutzeln afrikanisch und fair

Pieter Swart (Mitte) von der Fairhandels-Organisation Turqule Trading aus Südafrika gibt den Kochschülern (v.l.) Niklas Hoffmann, Lucas Klein, Nadine Iser, Nancy Berent und Christian Berndt Tipps. Mit fair gehandelten Gewürz-Pasten aus Südafrika bereiten die Kochschüler in der Lehrküche am Berfufskolleg Königstraße unterschiedliche Gerichte zu.

Foto: Martin Möller

Pieter Swart (Mitte) von der Fairhandels-Organisation Turqule Trading aus Südafrika gibt den Kochschülern (v.l.) Niklas Hoffmann, Lucas Klein, Nadine Iser, Nancy Berent und Christian Berndt Tipps. Mit fair gehandelten Gewürz-Pasten aus Südafrika bereiten die Kochschüler in der Lehrküche am Berfufskolleg Königstraße unterschiedliche Gerichte zu. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Vertreter der Fairhandels-Organisation Turqle Trading aus Kapstadt kochten mit Koch-Azubis. Es gab Input über faire Produktion Vielfalt.

„We love food!“ Die lächelnd ausgesprochene Liebeserklärung von Rain Morgan und Pieter Swart entfaltet sich in der Schulküche des Berufskollegs Königstraße in gelebte Leidenschaft fürs Kochen – gewürzt und final abgeschmeckt mit fair produzierten Zutaten. Das Duo Morgan & Swart von der Fairhandels-Organisation Turqle Trading aus Kapstadt ist zu Gast. Als Botschafter der Wertschöpfung.

Arbeitsplatz, gerechte Bezahlung, Bildung

An die 160 Produkte – etwa Gewürzmühlen, Senf, Saucen, Tapenaden oder Brotaufstriche – werden in Deutschland von El Puente über Weltläden vertrieben. Martin Müller von der Weltläden Basis in Buer hat die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und die Gäste aus Kapstadt nach Gelsenkirchen eingeladen. Der Morgen am Berufskolleg steht im Zeichen der Information. Zwei Stunden lauschen 32 Jungköche aus der Unter- und Mittelstufe fasziniert, stellen Fragen, lernen viel über fair produzierte Ware und was das für den sozialen Aufstieg für die Menschen in den Armutsregionen bedeutet: Arbeitsplatz, gerechte Bezahlung, Bildung...

Action und gutes Timing in der Großküche

Morgan und Swart sind begeistert. Sie sind überzeugt von fairer Produktion und ebensolchen Waren, denn: „Du tust viel für die Menschen und den Planeten.“ Sie sind zum ersten Mal in einer deutschen Schule und angetan von dem Interesse der angehenden MaÎtres Cuisiniers, die auch kaum die Hilfe von Dolmetscherin und Reisebegleiterin Layla Engeln in Anspruch nehmen.

Und dann geht los es in die Küche, die auch schon Meisterkoch Frank Rosin als Lehrling von innen gesehen hat. Töpfe klappern, der Herd wird warm, Messer liegen auf den dicken Schneidebrettern bereit, die Zutaten stehen auf den Tischen. Der fröhlich-geschäftige Geräuschpegel steigt schlagartig. Mittendrin: eine begeisterte Rain Morgan. „This ist what i like“, strahlt sie. Action und gutes Timing hat sie selbst als Köchin gelernt. Als ihre Kinder noch klein waren und sie in einer Küche beschäftigt war, hat sie die Kids manchmal mitgenommen. Bei ihrer jüngsten Tochter hat sich das besonders ausgewirkt. Sie liebt die Küche bis heute.

Kleine Löffel sind ein Muss beim Vorkosten

Auf dem Speiseplan stehen heute Rotes Paneer-Curry vegetarisch, Butternut-Linsen-Bobotie und ein Hähnchen-Curry-Gericht nach südafrikanischen Rezepten. Sämtliche Gewürze sind selbstverständlich aus der fairen Produktion von Turqle Trading. Martin Müller, der sich das Treiben mit etwas Abstand zum großen Küchentrubel betrachtet, lacht: „Ich habe vorher eine Zutatenliste bekommen. Alles hatte ich gar nicht im Laden.“ Kein Problem für Morgan und Swart, die ja sozusagen an der Quelle sitzen. Die beiden gehen an den Arbeitsplätzen der Jungköche vorbei, geben Tipps. Und probieren sich durch, als die ersten Pasten fertig sind. Kleine Löffel sind ein Muss, um an den Töpfen zu naschen. Auch Daniela Manthey-Dworak hat einen in der Hand.

„Um Eins steht das Essen auf dem Tisch“

Die Leiterin der BNE-Projektgruppe (Bildung für nachhaltige Entwicklung) am Berufskolleg ist mit Küchenchef Jörg Bücker und Abteilungsleiter Friedrich Gabel („Ja, Gabel wie Löffel“) mitten drin an diesem besonderen Schulmorgen. Wer von den Schülern nicht schmort, rührt, abschmeckt, Töpfe schleppt oder spült, schaut den beiden Gästen aus Kapstadt zu. Dann gibt’s eine Ansage: „Um Eins steht das Essen auf dem Tisch.“ Na dann: faire Mahlzeit!

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