Konzert

21-jähriges Klaviertalent begeistert in Gelsenkirchen

Entließ am Sonntag das Gelsenkirchener Publikum beschwingt in die Nacht

Foto: Martin Möller

Entließ am Sonntag das Gelsenkirchener Publikum beschwingt in die Nacht Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Vor fünf Wochen gewann Szymon Nehring den renommierten Arthur Rubinstein Klavierwettbewerb. Jetzt zeigte er sein Können im Hans-Sachs-Haus.

Ende Oktober wird Szymon Nehring in der berühmten New Yorker Carnegie Hall auftreten, das Gelsenkirchener Publikum kam bereits am Sonntagabend in den Genuss seines Klavierspiels: Der 21-jährige Pole hatte vor fünf Wochen den renommierten Arthur Rubinstein Klavierwettbewerb in Tel Aviv gewonnen (die WAZ berichtete) und dort gleich fünf zusätzliche Preise abgeräumt. So rutschte er in die Wundertüte des Klavierfestivals Ruhr, das traditionell die frisch gekürten Preisträger in der Reihe „die Besten der Besten“ präsentiert.

Unspektakulärer Einstieg mit Mozart

Nach einem eher unspektakulären Einstieg mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Sonate Nr. 2 in F-Dur“, bei der der Veranstaltungssaal des Hans-Sachs-Hauses zu viele Details verschluckte, lief Szymon Nehring mit Frédéric Chopins „Etüde in cis-Moll op. 25 Nr. 7“ und der „Sonate Nr. 2 in b-Moll op. 35“ zu Hochtouren auf. Hier zeigte sich, warum der junge polnische Pianist bereits mehrfach für seine Chopin-Interpretationen ausgezeichnet wurde: Nehring verließ die ausgetretenen Pfade, betonte ganz gezielt die tiefen Töne der Kompositionen und sorgte mit pointiertem Anschlag für einen frischen, unverbrauchten Hörgenuss. Den finalen Satz der Sonate, durch die sich Elemente von Chopins berühmten Trauermarsch ziehen, versetzte er gar mit leichten Jazz-Elementen.

Leichte Jazz-Elemente und ein Augenzwinkern

Diese unverkrampfte Leichtigkeit zog sich auch durch die beiden abschließenden Werkzyklen des Abends, Karol Szymanowskis „Variationen in b-Moll op.3“ und Sergej Rachmaninows „Études-Tableaux op.39“, bei denen Szymon Nehring mit perlenden Läufen und feinsinnig austarierten Kontrasten die vielen Facetten seines Klavierspiels präsentierte. Mit seiner ganz eigenen, virtuos vorgetragenen Version von Mozarts „Türkischem Marsch“, einer Zugabe mit Augenzwinkern, entließ Szymon Nehring das Publikum beschwingt in die Nacht.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik