Revierderby

2:0 für Schalke – ganz Gelsenkirchen ist in Siegerlaune

Mitfiebern in blau-weiß: Ralf Luzay, Hannelore Hense, Christa Baum und André Püttmann (v.l.) verfolgen und feiern in der „Friesenstube" in der Altstadt den 2:0 Sieg. 

Mitfiebern in blau-weiß: Ralf Luzay, Hannelore Hense, Christa Baum und André Püttmann (v.l.) verfolgen und feiern in der „Friesenstube" in der Altstadt den 2:0 Sieg. 

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   Schalke Fans erleben entspanntes Derby-Finale nach klarem Sieg. Auch vor der Partie gibt es kaum Ausfälle. Massiver Polizeieinsatz am Bahnhof.

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82. Minute, der Naldo-Hammer beult das Tornetz. Die „Friesenstube“ jubelt. „Derbysieger, Derbysieger“, „Schaaaalke 04“, „Sch...-BVB“ tönt es durchs rustikale Gebälk und auf der Ahstraße. An die 120 Gäste verfolgen das Bundesligaspiel auf sechs Bildschirmen, die Theken-Crew sorgt für anhaltenden Bier-Fluss. Schalke feiert. Nicht nur hier.

Sonntags-sonnig läuft das Vorspiel in der Stadt: Der Pizzabäcker in der Bahnhofspassage hat einen guten Tag für sein Eröffnungsangebot erwischt. Das Stück Pizza kostet 1,25 Euro – der Absatz ist ordentlich. Zumindest unter Schalke-Fans, die sich auf der City-Seite des Hauptbahnhofs tummeln und aufs Derby einstimmen und – auch – eintrinken. Die Flaschensammler haben Hochkonjunktur. Drei Stunden vor Anpfiff sind die ersten Pullen-Depots gefüllt.

Absperrung trennt die Fangruppen

Die Neustadtseite des Bahnhofs gehört traditionell den BVB-Fans. Hier kommen sie aus ihren Sonderzügen an, hier steigen sie in die Busse zum Stadtion. Die Fanblocks trennt ein massiver Polizeikordon, Sichtschutz inklusive. Das Hundertschaft-Aufkommen ist beachtlich. Ausgänge und Schlupflöcher sind abgesperrt oder von Beamten besetzt. Schalker und Borussen auseinander zu halten, scheint oberstes Gebot. Doch eigentlich ist, Schmähgesänge hüben und drüben einmal ausgenommen, alles ruhig. Sonne, Bierchen, Derby-Vorfreude. 7000 Dortmunder sind auf dem Weg in die Arena. Auf dem Platz schaut sich auch Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer inmitten von Beamten den Einsatz an – und sieht entspannt dem Treiben zu.

BVB-Fans zündeten bei der Ankunft eine Pyrofackel

Bei der Anreise der BVB-Fans hat es laut Bundespolizei lediglich einen kleinen Zwischenfall gegeben. Bei der Ankunft des ersten Sonderzuges in Gelsenkirchen haben Fans eine Pyrofackel gezündet. Die Polizei begleitet und überwacht die drei sogenannten „Entlaster“-Züge auch vom Hubschrauber aus, um bei Vorfällen auf der Bahnstrecke schnell reagieren und notfalls eingreifen zu können.

Rund um die Arena merkt man die besondere Derby-Stimmung. Selten ist es so früh vor dem Anpfiff schon so voll. Unter den Schalke-Anhängern gibt es vor allem ein Thema: das Hinspiel vom 25. November 2017, als Schalke aus einem 0:4-Rückstand noch ein 4:4 machte. Schalke-Fan Max: „Das war eine einmalige Kiste und wird ein Jahrhundertspiel bleiben.“

Dauerkartenbesitzer Matthias tippt auf einen 2:1-Sieg der Schalker. Auch sein Begleiter André rechnet mit einem knappen 2:1-Erfolg. „Ich tippe schon die ganze Saison so.“ Es kommt nach gut 96. Spielminuten besser. Und ein Borussen-Tor vermisst an diesem Tag wirklich kein Königsblauer.

„Ruhig und friedlich“ im Zug nach Dortmund

„Die Vorspielphase zum Revierderby verlief aus polizeilicher Sicht weitgehend störungsfrei“, erklärt die Polizei zum Spielbeginn in der Arena um 15.30 Uhr. So blieb es auch nach dem Abpfiff. „Ruhig und friedlich“ saß gegen 18.40 Uhr bereits die Hälfte der Dortmunder Fans wieder im Zug gen Dortmund. „Bislang“, so ein Polizeisprecher, „ist der ganze Einsatz gut verlaufen.“

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