Verkehrsunfall-Vorbeugung

15. Sicherheitstag der Polizei verpackt ernste Themen bunt

Angst vor der Polizei? Zumindest Emily (6) hatte keine Berührungsängste, wie Zollbeamtin Izabella Morciniec feststellte.

Foto: Michael Korte

Angst vor der Polizei? Zumindest Emily (6) hatte keine Berührungsängste, wie Zollbeamtin Izabella Morciniec feststellte. Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Buer.   Das Handy am Steuer als Unfallrisiko war ein Schwerpunkt des Sicherheitstags der Polizei in Buer. Dazu gab’s jede Menge Unterhaltung.

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Ein Flyer erinnert optisch an ein Smartphone. Wer ihn aufblättert, sieht auf der linken Seite einen Dialog zwischen Liebenden, wie er täglich vorkommt. Rechts hat der ein abruptes Ende: das Display ist zerschmettert. Damit will die Polizei aufmerksam machen auf eine der Hauptunfall-Ursachen – den Gebrauch des Handys während der Fahrt. Hier Aufklärungsarbeit zu leisten, das ist einer der Schwerpunkte beim 15. Sicherheitstag der Polizei.

Der wartet mit einem bunten Programm auf und mit Schlagerstars wie Olaf Henning und Jörg Bausch. Eigentlich aber geht es um ernste Themen. So simuliert eine nachempfundene Straße, wie weit „Blindflüge“ gehen, wenn man bei Tempo 50 eine Sekunde lang abgelenkt ist: 14 Meter.

Bei unklarer Unfallursache wird Handy sichergestellt

Auf dem Modell hat man in dieser Zeit einen Hund, ein Kind und eine Seniorin von der Straße gefegt. „Wenn man da schnell bremsen will, hat man kaum eine Chance“, weiß Thomas Wilger von der Verkehrsunfallprävention und Opferschutzbeauftragter für Verkehrsunfälle. „Und mal ehrlich, wer fährt wirklich 50?

Ist man dann noch abgelenkt, etwa durch das Smartphone, wird es brandgefährlich. „Trotzdem hat fast jeder das Telefon neben sich liegen.“ Nicht selten ist dies die Ursache schlimmer Unfälle, so Rainer Matern, Leiter der Verkehrsinspektion 1. „Bei schweren Unfällen mit unklaren Ursachen stellen wir deswegen immer wieder Handys sicher.“ So kann geprüft werden, ob Nachrichten oder Telefonate abgelenkt haben. Letztere würden abnehmen, erzählt der Polizist. „Aber es werden immer mehr Nachrichten verschickt während der Fahrt.“

Konfisziert: Kroko-Tasche und Straußenfuß

Mit dabei ist auch der Zoll – mit einer beeindruckenden Ausstellung konfiszierter Gegenstände von der Kroko-Tasche bis zum ausgestopften Straußenfuß. Dass diese als Urlaubsmitbringsel verboten sind, das wisse wohl jeder, so Uwe Jungesblut vom Hauptzollamt Dortmund, dem Gelsenkirchen untersteht. Anders ist es bei Plagiaten, also Fälschungen von Marken. „Da sind Waren im Wert von 430 Euro frei. Im gewerblichen Rahmen sieht das ganz anders aus. Da sind wir sofort im Spiel.“

Und auch, wenn Waren über das Internet bestellt werden. Solche Pakete landen dann im Zollamt. Sind die Waren illegal, werden sie einbehalten. Oft zum Ärger der Käufer, weiß Jungesblut: „Die sind ja in der Regel schon bezahlt.“

Bezirksbeamter: Mehr Pkw-Poser als Raser in Buer

Wegen des neuerlichen schweren Unfalls bei einem illegalen Autorennen in Mönchengladbach hat man Banner aufgehängt, die mahnen „runter vom Gas“. In Buer seien Rennen aber noch kein Problem, so Horst Storb, Bezirksdienstbeamter. Die Hochstraße ist „sein Revier“, hier ist er oft unterwegs. „Hier gibt es mehr Poser. Die drehen ihre Runden durch die Stadt. Da könnte man handeln, denn es sind Ordnungswidrigkeiten. Aber die sind schwer zu schnappen.“

Dass so viele Familien mit Kindern den Weg hierher gefunden haben, das freut ihn besonders. Denn immer noch müsse man am Verhältnis zur Polizei arbeiten. „Ich ärgere mich, wenn ich Eltern sagen: ,Wenn du nicht lieb bist, hole ich die Polizei.’ Wir sind aber kein Drohmittel. Denn was ist, wenn Kinder sich verlaufen haben, in Not sind? Dann müssen sie sich an uns wenden und uns vertrauen.“

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