Jugendtheater

140 Jugendliche bei Europefiction in Gelsenkirchen erwartet

Freuen sich auf Europefiction 2019:  (v.l.) Inga Sponheuer, Manuel Moser und Georg Kentrup auf dem Gelände hinter dem Consol-Theater in Gelsenkirchen-Bismarck.

Freuen sich auf Europefiction 2019: (v.l.) Inga Sponheuer, Manuel Moser und Georg Kentrup auf dem Gelände hinter dem Consol-Theater in Gelsenkirchen-Bismarck.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen.  Ab Samstag dreht sich auf dem Gelände des Consol Theaters in Bismarck alles um Theater und Politik. 140 Jugendliche aus sechs Ländern sind dabei.

Wie politisch kann Theater sein? Wie kreativ kann Politik sein? Diesen Fragen werden ab dem kommenden Samstag, 13. Juli, 140 Jugendliche im „Europefiction-Camp“ auf dem Consol-Gelände in Gelsenkirchen nachgehen.

„Europefiction ist ein politisches Kunstprojekt“, stellt Inga Sponheuer, die das Projekt gemeinsam mit Manuel Moser künstlerisch leitet, direkt klar. Jugendtheatergruppen aus fünf Ruhrgebietsstädten und aus Rotterdam, Liverpool, Paris, Budapest und Bologna treffen hier eine Woche lang aufeinander, zeigen sich gegenseitig die Stücke, die sie ein Jahr lang erarbeitet haben, und diskutieren anschließend über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede. „Die zentralen Themen waren in diesem Jahr ‘Freiheit und Identität’, aber die Gruppen haben immer in internationalen Zweierteams auch noch zu weiteren Schwerpunkten gearbeitet“, erklärt Manuel Moser.

Jeweils zwei Jugendtheatergruppen arbeiten zusammen

Die Gelsenkirchener vom Consol Theater reisten etwa zum Partnertheater „20 Stories High“ ins englische Liverpool, die Bochumer Teilnehmer vom Jungen Schauspielhaus besuchten ihr Partnertheater in Rotterdam. „Zwischendurch wurde auch viel telefoniert, per Skype abgesprochen oder als Videobotschaft verschickt“, betont Moser. Die Ergebnisse sollen nun in Gelsenkirchen auf die Bühne gebracht werden – nachmittags gibt es jeweils Workshops und Diskussionsrunden: „Dann wird es um Gender und Rollenverständnisse gehen, aber auch um Nachhaltigkeit, etwa in der Mode“, erzählt Georg Kentrup vom Consol Theater. „Und da nicht alle Jugendlichen fließend Englisch sprechen, gibt es auch viel Musik“, sagt er dann.

Kreativität soll Grenzen überschreiten

„Wie beim Vorläuferprojekt Pottfiction, aus dem Europefiction hervorgegangen ist, geht es darum, Grenzen zu überschreiten – jetzt nicht mehr nur im Ruhrgebiet, sondern in Europa“, stellt Inga Sponheuer heraus. So wurden die Jugendlichen in ihrem „Europefiction“-Jahr auch immer wieder gefragt: „In was für einem Europa möchtest Du leben? Und was würdest Du dafür tun?“. „Initiativen wie die internationale ‘Fridays for Future’-Bewegung zeigen ja, dass es bei Jugendlichen einen großen Wunsch nach Partizipation gibt. Bei Europefiction können sie diesen Wunsch ausleben“, sagt Manuel Moser. So sei bei einem Treffen der Ruhrgebietstheater in Herne eine Initiative entstanden, die sich dafür einsetzen möchte, dass geflüchtete Jugendliche im Rahmen von derartigen Kultur-Kooperationen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus in europäische Länder reisen können.

Politische Diskussionen stehen im Mittelpunkt

„Da wurde heftig über Protestaktionen vor dem Landtag diskutiert“, erinnert sich Manuel Moser: „In diesen Momenten merkt man, dass hier ein unheimliches Kraftfeld wirkt. Das ist Europefiction!“ – Und auch beim achttägigen Camp in Zelten auf der Wiese hinter dem Consol-Theater soll den Jugendlichen viel Raum für Diskussionen gelassen werden...

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