Musik

Zwei Chöre betonen ihre Gemeinsamkeit

Unter der Leitung von Wolfgang Wilger proben der Pfarreichor St. Hippolytus und der Junge Chor Beckhausen.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Unter der Leitung von Wolfgang Wilger proben der Pfarreichor St. Hippolytus und der Junge Chor Beckhausen. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Horst.   Horster Pfarreichor und Junger Chor Beckhausen feiern das zehnjährige Bestehen der Großpfarrei St. Hippolytus mit außergewöhnlichem Konzert.

Fast pünktlich geht es los. Im Gemeindesaal von Liebfrauen haben die Mitglieder des „Pfarreichores St. Hippolytus“ und „Jungen Chores Beckhausen“ Platz genommen. Damit ist der Raum gut gefüllt, wärmt sich schnell auf.

Wolfgang Wilger spielt am Klavier das Vorspiel zum „Kyrie“. Dann setzen die Stimmen nacheinander ein. Binnen Sekunden formt sich ein beeindruckendes Klangerlebnis, emotional, berührend – das macht Lust auf mehr. „Der Anfang war schon sehr schön“, sagt der Chorleiter danach.

„Messe in D-Dur“ und „Te Deum“

Schon lange arbeiten beide Chöre an Dvoraks „Messe in D-Dur“ und dessen „Te Deum“. Ein echter Höhepunkt für die Großpfarrei, die ihr zehnjähriges Bestehen feiert. „Daher passt das ganz gut“, so Wilger. Er traf die Musikauswahl, ist selbst von den Werken ganz begeistert, die beide selten in den örtlichen Kirchen erklingen. „Ich habe bei der Auswahl der Stücke immer darauf geachtet, dass romantische und rhythmische Elemente vorhanden sind. Die Musik spricht einfach für sich, da hat man sofort Bilder im Kopf. Da sind viele tänzerische Elemente drin.“ Dennoch ist die Messe klassisch aufgebaut. „Vom Kyrie bis zum Agnus Dei“. Noch mehr schlägt das Herz des Kirchenmusikers für das „Te Deum“. „Das fängt sehr energisch an – ein fantastisches Werk.“

In der Chronologie des Konzertes wird zunächst die Messe geprobt. „Christe eleison“ singen die Chormitglieder. Auch hier geht es um die Rhythmik, die Sprache muss deutlich sein, weithin verständlich – auch später im Kirchenraum noch. Dann kehrt das Stück zur anfänglichen Romantik zurück. Die Sänger sind konzentriert. Schon lange arbeiten sie auf diese heiße Phase hin. Zunächst probten sie in Gruppen, dann in den unterschiedlichen Stimmen. Jetzt sitzen alle in einem Raum. Noch drei weitere Proben, dann steht der große Auftritt an.

Eine besondere Erfahrung

„Für beide Chöre ist es eine besondere Erfahrung, mit anderen Sängern zu singen. Die älteren bringen die Notensicherheit mit, die jüngeren die Dynamik“, sagt Martin Jahnel, der seit vielen Jahren im Pfarreichor singt. Aufgeregt sei er nicht, meint er. „Durch die intensiven Proben sind wir zuversichtlich. Jetzt kommt der Punkt, wo die Freude dazu kommt und die Lockerheit.“ Das ist im Raum tatsächlich spürbar.

„Es macht immer wieder Spaß, mit einem anderen Chor zu arbeiten“, sagt Irmtrud Eckert, Mitglied im „Jungen Chor Beckhausen“. „Wir haben schon die Carmina Burana und Brahms Requiem gemeinsam aufgeführt.“ Ihren eigenen Chor liebt sie aus speziellem Grunde: „Die musikalische Bandbreite ist so groß, sie reicht von Kirchenmusik bis zum Swing.“

Für die Sängerin ist das aktuelle Projekt auch kein Ausflug in die ernste Musik:„Ich unterscheide da gar nicht. Ich bin von Hause aus Musikpädagogin – für mich ist Musik grundsätzlich schön. Deswegen mag ich die Vielfalt. Es ist schön, in einem solchen Chor mitsingen zu dürfen. Das ist anspruchsvoll und man muss was mitbringen.“ Talent und Einsatz seien gleichermaßen gefragt. Weiter geht es mit dem „Gloria“. Dessen Beginn ist dynamisch, rhythmisch, fast mitreißend. Dann folgt wieder die Rückkehr zu romantischen Motiven – in diesem interessanten und ansprechenden Spannungsfeld bewegt sich das Stück, das eingängig ist und fesselnd.

Die Sänger arbeiten konzentriert. Sie wollen am Ende ihr Bestes bieten, begeistern und berühren.

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