Gelsenkirchen-Schaffrath

ZWAR-Gruppen gehen neue Wege

Sylvia Roche und Jörg Awiszio begleiten die neue integrative ZWAR-Gruppe, die jetzt im Schaffrath entsteht.

Sylvia Roche und Jörg Awiszio begleiten die neue integrative ZWAR-Gruppe, die jetzt im Schaffrath entsteht.

Foto: Funke Foto Services

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Gelsenkirchen-Schaffrath. . Zwischen Arbeit und Ruhestand lässt sich vieles unternehmen. Das beweisen die aktuell 16 ZWAR-Gruppen in der Stadt. Nun geht genau diese Initiative neue Wege: Im Frühjahr wurde die erste inklusive Gruppe in Horst gegründet. Im September folgt eine im Schaffrath.

Gerade dort bietet sich das an, wo es mehrere Einrichtungen gibt, in denen Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf leben und arbeiten, und wo viele Menschen in der Altersgruppe zwischen 50 und 65 Jahren zu Hause sind. Die neue ZWAR-Gruppe ist ein Gemeinschaftsprojekt der evangelischen Kirche in Beckhausen, der Lebenswelt Gabriel und der Stadt, vertreten durch das Jugendzentrum Nottkampstraße.

Zwischen Arbeit und Ruhestand zu sein, das bedeutet für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf nicht, das 50. Lebensjahr bereits erreicht zu haben. „In diesem Bereich kann man nach 20 Berufsjahren in Rente gehen“, erklärt Sylvia Roch vom Werkverein, zu dem die Lebenswelt Gabriel gehört. „Daher haben wir schon Leute 40 Jahren angesprochen.“

Gemeinsam Aktivitäten planen

Funktionieren soll diese besondere Gruppe wie alle anderen auch. „Es geht darum, gemeinsam festzustellen, was man machen möchte, welchen Aktivitäten man nachgehen möchte in der Gruppe“, so Jörg Awiszio von der evangelischen Kirchengemeinde und in Sachen ZWAR-Gruppen schon ein alter Hase. Gleich mehrere begleitete er schon bei und nach deren Gründung. Die nun geplante Gruppe ist für ihn jedoch auch neu.

Begleitung für zwei Jahre

Eines ist allen Beteiligten jedoch wichtig: „Wir sind alle gleich. Es geht nicht darum, in der Gruppe Assistenten zu finden für die Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Diese Gruppenmitglieder müssen ihre Betreuer sogar mitbringen.“ Und Astrid Hornschuh vom Generationennetzwerk ergänzt: „Das ist auch das, wo vor Menschen zu Beginn durchaus Angst haben. Einfach so zu helfen, da haben viele Hemmungen.“ Dennoch ist für Sylvia Roche das Schönste, was passieren könnte, dass sich Freundschaften bilden zwischen den Mitgliedern, die gemeinsame Aktivitäten ermöglichen. „Menschen ohne Behinderung helfen sich ja auch untereinander.“ Dass überhaupt nur jene kommen, die sich dies auch vorstellen können, glauben die Initiatoren nicht. „Menschen denken da gar nicht drüber nach. Andere sind vielleicht einfach neugierig“, meint Jörg Awiszio. Und immerhin ist es die erste ZWAR-Gruppe im Schaffrath. Daher könnte die Resonanz durchaus gut sein.

Begleitung über zwei Jahre

Zwei Jahre lang werden Sylvia Roche und Jörg Awiszio die Gruppe begleiten – mindestens. Dabei geben sie aber keineswegs den Ton an. „Zu Beginn liegt der Schwerpunkt darin, zu ermitteln, was die Mitglieder gemeinsam machen möchten. Danach besteht unsere Aufgabe darin, die Gruppe bei der Selbstorganisation zu unterstützen“, so Awiszio.

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