Schulen

Zunächst mussten Vorurteile bekämpft werden

Einen Spaziergang durch die Gesamtschule Berger Feld unternahmen  am Samstag der neue Schulleiter Jochen Herrmann (vorne) und die Ehemaligen.

Einen Spaziergang durch die Gesamtschule Berger Feld unternahmen am Samstag der neue Schulleiter Jochen Herrmann (vorne) und die Ehemaligen.

Foto: Funke Foto Services

Die ersten Abiturienten der Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen waren noch Underdogs. Das traditionelle Ehemaligentreffen am zweiten Feiertag bot viel Gelegenheit, an die Anfangsjahre zu erinnern und über vergangene Zeiten zu reden

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Weihnachten, das ist auch an der Gesamtschule Berger Feld die Zeit für das große Wiedersehen. Seit 23 Jahren ist der zweite Weihnachtstag fester Termin für das Ehemaligentreffen. Erstmals fand das in diesem Jahr ohne den langjährigen Schulleiter Georg Altenkamp statt.

„Das ist ungewohnt“, so der stellvertretende Schulleiter, Jochen Herrmann. „Weil er die Veranstaltung ins Leben gerufen hat. Das will ich auf jeden Fall fortsetzen“, versprach er. Einmal hatte man es schon „gerettet“, so Herrmann. Es habe Bestrebungen der Stadt gegeben, die anfallenden Überstunden des Hausmeisters nicht mehr zu genehmigen. „Aber das konnten wir klären.“ So kamen auch 2015 wieder zahlreiche ehemalige Schüler und Lehrer zusammen. „Und oft kommen die aus der ganzen Welt“, so der stellvertretende Schulleiter.

Hausmeister der ersten Stunde

Mit dabei war auch Robert Michels, Hausmeister der ersten Stunde. „Ich habe damals schon in der Bauzeit angefangen. Damit ich alles kenne.“ An seine 31 Jahre Berufsleben in der Schule denkt er gern zurück. „Ich war bei jedem Ehemaligentreffen dabei. Während meiner Berufszeit stand ich selbst hinter der Theke, nach meiner Verrentung 2006 kam ich als Gast. Die meisten der Gesichter hier kenne ich.“

An viele Schüler könne er sich gut erinnern. „Entweder an die, die ganz lieb waren, oder an die, die viele Streiche gemacht haben.“ Und bei einigen wirkte der Hausmeister sogar mit. „Einmal war durchgesickert, wann der Abi-Scherz stattfindet. Da habe ich die Schüler gewarnt und ihnen geraten, den an einem anderen Tag zu machen. Als alle darauf warteten, haben wir nur ein Schild aufgehängt nach dem Motto, die Moral von der Geschichte, solchen Gerüchten glaube nicht.“

Abiturient des ersten Jahrgangs

Besonders spannend für Schüler und Lehrer sei ja immer, was aus den anderen geworden sei, verriet Jochen Herrmann. Denn auch wenn viele immer wieder kämen, gleich nach dem Abschluss sei das anders. „Die meisten kommen im ersten Jahr und dann zehn Jahre nicht.“

Oder auch schon mal länger, wie Ulrich Elsing, der 1980 die Schule verließ und am Samstag mit seinem Mittelschnauzer-Rüden Richard dabei war. „Ich habe gute Erinnerungen an die Schulzeit“, so Elsing, der erst zur Oberstufe an die Gesamtschule Berger Feld kam und zum ersten Abiturjahrgang der Schule gehörte.

Schule mit den größten Freiheiten

„Die Gesamtschule war eine Schule mit den größten Freiheiten, die man je hatte“, so der ehemalige Schüler, der zuvor ein Gymnasium besuchte. „Das war eine neue Welt. Hier wurden Wissen und soziale Kompetenz gelehrt.“ Soweit die Innenansicht. Denn die Vorurteile gegenüber der Gesamtschule waren damals groß. „Wir mussten uns gegen Klischees wehren. An der Uni konnte man gar nicht sagen, dass man von der Gesamtschule kommt. Da war man der Underdog.“ Zu unrecht, so Elsing. „Aus meinem Freundeskreis haben alle studiert.“ Heute seien sie über die Republik verteilt. Und so ist das Ehemaligentreffen oftmals die einzige Möglichkeit, alte Freunde aus der Jugend einmal wieder zu sehen und zwei Stunden in Erinnerungen zu schwelgen.

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