Jungfilmer

Zombiepuppen

Die Filmemache Dirk Gerigk und Stefan Bahl.

Die Filmemache Dirk Gerigk und Stefan Bahl.

Foto: WAZ FotoPool

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Buer. „Komm, wir filmen das einfach mal“, dachten sich Dirk Gerigk und Stefan Bahl. Das war im Jahr 2002, als sich die beiden Bueraner auf eine Radtour durch Österreich begaben. Der resultierende Dokustreifen wurde im Freundeskreis gezeigt und erfreute sich größter Beliebtheit.

„Die Kollegen haben danach oft gefragt, wann es denn mal endlich wieder einen neuen Film von uns gibt“, erinnert sich Gerigk. Und das war dann der Startschuss für BS-Films.

Gerigk und Bahl legten sich die Künstlernamen Bahlinski und Sputdix zu, und investierten in die Ausrüstung. Erst eine zweite Kamera, dann ein Schnittpult, später ein Computer mit entsprechender Software. Schließlich wollte man sich ja weiterentwickeln. „Wir sehen das immer wieder als Herausforderung“, sagt Bahlinski. Hat geklappt. Der nächste Streifen über den Österreich-Urlaub wurde bei den Gelsenkirchener Filmtagen aufgeführt. „Das war schon irgendwie komisch, dass auf einmal 100 Fremde da saßen, die wir eine Stunde lang mit unserem Film gequält haben“, so Bahlinski.

Obwohl der Film gut ankam, war danach erstmal Schluss mit Dokumentationen. „Ich wollte schon immer mal was fiktives machen“, erläutert Sputdix. Und so kamen wir auf die Idee, beim nächsten Film den Herrn Adam mit nach Österreich zu nehmen, der uns im Film dann verfolgt hat.“ Der Geheimnisvolle – so auch der Titel des Films – war eigentlich nur der Kopf einer Schaufensterpuppe, der aber ausgesprochen lebendig inszeniert wurde.

„Damals habe wir auch zum ersten Mal Animationen im Stop-Motion-Verfahren eingesetzt“, erläutert Sputdix. Tatsächlich: Die Paprika und Karotten tanzen in der Küche.

Apropos Tanz: Auch musikalisch sind den BS-Filmer unterwegs. Seit einigen Jahren ist Sputdix mit Martin Degville, seines Zeichens Sänger der britischen Formation Sique Sique Sputnik, die in den 80er mit „Love Missile“ Erfolge feierten, befreundet. „Er hat uns dann gefragt, ob wir Konzerte von ihm mitfilmen könnten oder Musikvideos drehen“, sagt Sputdix. Gar keine Frage: Na klar.

Ein weiteres musikalisches Eisen haben die Filmemacher beim Musiktheater im Feuer. Sie konzipierten nicht nur die Umsetzung einer Oper als Internetfilm, sondern drehten auch gleich (unter anderem in der Zoom Erlebniswelt – WAZ berichtete) sechs Episoden. „Das war natürlich ein großes Sprungbrett für uns“, sagt Bahlinski. Und Sputdix fügt hinzu: „Dadurch haben wir viele Kontakte knüpfen können, mit denen wir hoffentlich in Zukunft zusammenarbeiten können.“ Klinkenputzen macht ihm keine Mühe, wenn es um ein neues Projekt geht. „Da bin ich wie ein Terrier.“

Ein Langzeitprojekt ist bereits in Planung. Mit Puppen wollen die beiden den Georg A. Romero-Klassiker „Night Of The Living Dead“ nachdrehen. „Die Puppen werden eigens für uns von Iris Dobin angefertigt“, sagt Sputdix. Drei Menschen und einige Untote sollen es am Ende werden. Und weil die Filmemacher bis dato in allen Filmen auch selbst mitgespielt haben, gibt es zwei Miniaturausgaben der Regisseure.

Obwohl die beiden auch Auftragsarbeiten durchführen, kann man sie nicht einfach buchen. „Das Projekt muss uns schon reizen.“

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