Schützenfest

Neues Königspaar der Bürgerschützengilde Westerholt

Graf Carlo von Westerholt (r.) gratulierte dem neuen Westerholter Königspaar Matthias Weinert und Kristina Hagemeister nebst Tochter Elina im Schützenheim an der Kuhstraße.

Graf Carlo von Westerholt (r.) gratulierte dem neuen Westerholter Königspaar Matthias Weinert und Kristina Hagemeister nebst Tochter Elina im Schützenheim an der Kuhstraße.

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Buer/Westerholt.   Nach langer Schützenfest-Pause in Westerholt besteigen Matthias Weinert und Kristina Hagemeister den Thron. Carlo Graf Westerholt lobt die Initiatoren.

Neben der gräflichen Familie im Schloss gibt es jetzt noch eine königliche an der Kuhstraße. Matthias Weinert heißt der neue Regent der Bürgerschützengilde Westerholt, Kristina Hagemeister seine Königin. 82 Schuss überstand der hölzerne Vogel, genannt „Balu“, bevor Weinert ihn beim Königsschießen mit dem 83. von der Stange holte.

Zuvor hatten 36 Freunde und Mitglieder der Bürgerschützengilde beim Insignienschießen 644 Mal auf Balu angelegt. Es ging ihnen um Krone, Zepter, Apfel und die Flügel. Als Matthias Weinert den Rest zur Strecke brachte, erinnerte kaum etwas an den stolzen Adler, den die Schützen am Morgen zu den Klängen des Spielmannszugs Buer-Bülse aus dem Heimatmuseum geholt hatten.

Zapfenstreich am Schloss

Nach des Vogels Ende und dem ersten Jubel des erfolgreichen Schützen und seiner „Untertanen“ ging es zum Zapfenstreich am Schloss. Wieder zurück am ereinshaus an der Kuhstraße folgte der vom designierten Königspaar herbeigesehnte Höhepunkt des Tages: Silvia Gräfin Westerholt legte Matthias Weinert die Königskette um, wonach ihr Ehemann Carlo Graf Westerholt Kristina Hagemeister die Krone aufsetzte.

Die Mitglieder der BSG Westerholt, Nachbarn sowie die Delegationen befreundeter Schützen- und Traditionsvereine feierten die Majestäten bis in den frühen Morgen ausgelassen und fröhlich. Acht Jahre lang hatte es in Westerholt kein Schützenfest gegeben. Nicht nur Pessimisten hielten diese Tradition für erledigt

Doch dann fassten sich einige Leute um Gildenmeister Bruno Weinert ein Herz und beschlossen, das Risiko Schützenfest zu wagen. Risiko deswegen, weil ein solches Fest sehr teuer ist und es oft an Helfern mangelt. Wie der Samstag zeigte, ging die Rechnung aber prächtig auf: Die Wiederbelebung wurde ein voller Erfolg.

Carlo Graf Westerholt sichtlich begeistert in seiner Laudatio an die Macher: „Sie haben Großartiges geleistet und ein Modell für weitere erfolgreiche Schützenfeste in Westerholt geschaffen.“ „Wir haben heute andere Zeiten, natürlich war früher alles anders“, erinnert sich Gerald Müller, der 1958 das erste Westerholter Schützenfest nach dem Krieg mitorganisiert hatte.

Ein Festzelt in der Baut

„Damals sprach Graf Egon mich und ein paar Kollegen an und fragte, ob wir Lust hätten, das Schützenwesen wieder aufleben zu lassen.“ Auch Elli Luthe erinnert sich gut an alte Zeiten: „Wir hatten ein großes Festzelt in der Baut und die Kinder an den Montagen wegen des Königsschießens schulfrei. Westerholt war bunt geschmückt mit Fahnen und Girlanden. Es gab einen Riesenumzug, den der Graf hoch zu Ross anführte.“ Doch bei aller Wehmut sagten Elli Luthe und Gerald Müller, dass heute andere Lösungen gefragt sind und dass diese ebenfalls super sein können. Damit sprachen sie sicher vielen Festbesuchern aus dem Herzen.

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