Advent

Weihnachtsmarkt in Westerholt begann im Eisregen

Der beliebte Weihnachtsmarkt in Westerholt öffnete am Sonntag im Eisregen.

Foto: Michael Korte

Der beliebte Weihnachtsmarkt in Westerholt öffnete am Sonntag im Eisregen.

Gelsenkirchen-Buer/Westerholt.   Schneeflocken tanzen über Westerholt, als das bunte Treiben rund um St. Martinus beginnt. Das schreckt die zahlreichen Besucher aber nicht ab.

In winterlich-weihnachtlicher Kulisse startet der Westerholter Weihnachtsmarkt. Schneeflöckchen fallen vom Himmel. Nur soll sich das bald ändern. „Für das Wetter kann man sich anziehen“, sagt Hans Klare, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, in Anbetracht des Eisregens. Bis tief in die Nacht waren die vielen Helfer aktiv, um alles aufzubauen.

„Und dann ab sechs wieder“, so Klare, „ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre das gar nicht möglich.“ Es steckt viel Engagement in dem Markt, der jährlich tausende Besucher anzieht. „Es ist ein Treffpunkt für Westerholt und in Westerholt“, so Jürgen Watanabe, der zweite Vorsitzende. Und viele Menschen kämen auch aus der Region her.

Wellness für Männer

Im Gemeindehaus St. Martinus laden mehrere Stände zum Stöbern ein. Da erregt ein kleines Tütchen große Aufmerksamkeit. Sie verspricht Männern etwas Wellness. „Für Männer sucht man immer eine Kleinigkeit“, sagt eine Kundin ganz begeistert. „Der eine oder andere Mann hat schon genau hingeschaut“, sagt Britta Böckmann. Sie verrät, was drin ist: ein Entspannungsbad, ein Männertee, ein Schnaps und zwei Schokoriegel.

Nur zwei Stände weiter hat die Martin-Luther-Schule einen Stand, an dem sie Selbstgemachtes verkauft. „Mit den Einnahmen unterstützend wir eine Schule in Burkina Faso. Das machen wir schon seit 53 Jahren“, sagt Sigrid Schöller. Neben Gebasteltem und Gebackenem wird hier auch der neue Jahreskalender verkauft, den die Schüler gestalteten. Dafür fotografierten sie öffentliche Plätze und Gebäude, die Bilder werden dann am Computer bearbeitet. So trägt auf einem Blatt das Schloss Westerholt Blüten. Und über der Autobahn leuchten Sternbilder.

Kleine und große Sterne

Gleich neben der Bühne bietet Ralf Egner seine Holzarbeiten an. „Wenn ich von der Arbeit komme, muss ich zwei Stunden etwas Anderes machen“, erzählt der gelernte Bau- und Möbelschreiner, der bei der Caritas tätig ist, von seinem Hobby. Kleine und große schöne Sterne hat er heute mit dabei, Herzen, Engel. Allesamt kennzeichnet ein interessantes natürliches Muster. „Ich habe die Stämme drei Jahre bei mir liegen.“ Dann beginne der Fäulnisprozess. „Der sorgt für solche Strukturen.“

Bei solch nass-kaltem Wetter bietet das Heimatmuseum eine gute Gelegenheit, sich etwas aufzuwärmen. Ganz hinten, in der Küche, wartet Matthias Latus mit Besonderem auf: einer Dickebohnensuppe. Das sei, erzählt er, ein Traditions-Essen. „Wir in Westerholt waren früher die Boonepötter, die Bohnenpflanzer. Die Kulturpflanze wurde hier gern angebaut, weil sie pflegeleicht war, man vieles damit machen konnte und sie satt machen.“ Und gibt es seit einigen Jahren im Museum zum Weihnachtsmarkt Dickebohnensuppe. „Die kocht der Chef“, sagt Mattias Latus und lacht. Tatsächlich nämlich stand seine Frau Christel den ganzen gestrigen Tag am Herd. Trotz einer Kuriosität: „Man sagt, egal wie lange man hier wohnt, wenn man keine Bohnen mag, ist man kein echter Westerholter. Und meine Frau mag die nicht. Ich sage immer: Wenn wir mal sterben, komm nur ich in den Westerholter Himmel.“

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