Musical

Szenen über das Lebensgefühl der Jugend von heute

Im Musical „Do you like, like me“ geht es um das Lebensgefühl der Jugend von heute.

Foto: Funke Foto Services

Im Musical „Do you like, like me“ geht es um das Lebensgefühl der Jugend von heute. Foto: Funke Foto Services

Gelsenkirchen-Horst  Das Musical „Do you like, like me“ feiert im Gemeindesaal von St. Laurentius Premiere. Kantor Gregor Schemberg schrieb die Musik.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

. Der Beamer wirft Fotos von Models auf den Bühnenvorhang. Dazu stimmt eine junge Dame auf das Stück „Do you like, like me“ ein. „Warum verbringen wir unser ganzes Leben damit, so auszusehen oder so“, fragt sie. Der Chor singt im Hintergrund von Traummaßen: „90 - 60 - 90“. Denn in dem Stück geht es um die Fragen, die sich die Jugend stellt.

„Jungen Menschen kann das Stück Denkanstöße geben“, ist Marc Real überzeugt. Der 20-Jährige ist Mitglied des Jugendchors St. Laurentius und damit Teil des 30-köpfigen Ensembles. Für ihn präsentiert das Stück das Lebensgefühl der heutigen Jugend. Da liege der Reiz für ältere Zuschauer: „Ihnen kann das Musical zeigen, wie die Jugend heute tickt.“

Gleich in der ersten Szene werden Unterschiede und Parallelen zur Jugend von einst deutlich. Getrennt durch eine Wand texten sich ein Mädchen und ein Junge – unter den strengen Augen von bestem Freund und bester Freundin. Schnell erlangt der Zuschauer zu der Erkenntnis, auch wenn sich die Medien der ersten Flirtversuche ändern, die Schwierigkeiten, Unsicherheiten und Peinlichkeiten tun es nicht. Erst später in der Szene offenbart sich doch ein Problem, dass man damals noch nicht hatte: „Was, wenn das Guthaben zu Ende ist?“

Jungsrollen mit Mädchen besetzt

Die jungen Darsteller sind allesamt erst ein paar Jahre entfernt von dem, was sie hier auf die Bühne bringen. „Man erkennt sich in Szenen wieder“, sagt Laura Brinkmann. Sie stellt sich im Stück einer besonderen Herausforderung: „In einer Szene haben wir alle vier Jungsrollen durch Mädchen besetzt. Eins davon bin ich“, erzählt die 19-Jährige. „Da geht es um die coolsten Typen. Da kann man als Mädchen mal zeigen, wie man das empfindet.“ Ob die Jungs erschrocken waren über diese weibliche Interpretation des so männlichen Getue? „Das glaube ich weniger.“ Und was ist nun das Geheimnis echter Coolness? „Man muss sich groß machen, im Mittelpunkt stehen und gesehen werden.“

Zur „Smartphone-Szene“ zu Beginn gehört auch eines der Highlights: der Vodafone-Chor. Singende Herren, die zünftig auftreten, recht klassisch singen und humorvoll agieren. Schon in der Hauptprobe kann man erahnen, das wird ankommen. Im Vorfeld hatte Komponist und Kantor Gregor Schemberg verraten, am Vorabend das „Weiße Rössl“ im Musiktheater gesehen und unter diesem Eindruck komponiert zu haben.

Aussehen und Aussagen

Gerade sitzt jener, der aus einem englischen Theaterstück eine Horster Musicalproduktion gemacht hat, am Klavier. Er spielt, hilft mal singend aus, dirigiert seine Truppe mit den Augen. „Chor und Band sind sicher. Ich bin zufrieden. Das Aufregendste ist, wie das Stück beim Publikum ankommt.“

Jetzt ist Marc an der Reihe. Er spricht einen Monolog, ist ganz allein auf der Bühne. „Dabei geht es um all das, was Aussehen und Aussagen über einen verraten“, hatte er im Vorfeld gesagt. „Das hat zu mir gepasst, weil ich diese Gedanken irgendwann auch mal hatte. Das jetzt aussprechen zu können, das ist schön.“ Dann legt er los: „Es geht nur um die Erscheinung. Du gehst ja nicht in einen Club und sagst: Schau mal, die hat aber einen tollen Charakter.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik