Stadtentwicklung

Straßennamen verweisen auf die Natur

Früher Kinderklinik, bald buersches Waldquartier: Für das Baugebiet an der Westerholter Straße legte die Bezirksvertretung Ost die Straßennamen fest. 

Foto: Hans Blossey

Früher Kinderklinik, bald buersches Waldquartier: Für das Baugebiet an der Westerholter Straße legte die Bezirksvertretung Ost die Straßennamen fest.  Foto: Hans Blossey

Gelsenkirchen-Resse.   Bezirk Ost legt Straßennamen für das „Waldquartier Buer“ fest und kommt so den zukünftigen Bewohnern entgegen.

An der südlichen Seite der Westerholter Straße wächst das Waldquartier Buer heran. Für die zukünftigen Straßen des Baugebietes in bevorzugter Lage hat die Bezirksvertretung Ost jetzt die Straßennamen festgelegt und sich damit über einen Vorschlag der Verwaltung hinweggesetzt.

Die Straßennamen werden nicht an Personen erinnern, die in Gelsenkirchen durch ihr künstlerisches Wirken Spuren hinterlassen haben. Der Bezirk Ost gab dem Bezug zur Natur den Vorrang und folgte damit den Wünschen der zukünftigen Bewohner.

Fragestunde für Einwohner

Einer, der sich für das Leben und Wohnen am grünen Stadtrand entschieden hat, ist Norbert Ackermann. Er sorgte durch seine Anwesenheit in der Sitzung für eine Premiere: Zum ersten Mal wurde von der „Fragestunde für Einwohnerinnen und Einwohner“, die sich regelmäßig auf der Tagesordnung findet, auch tatsächlich Gebrauch gemacht.

Der in Duisburg tätige Jurist verwies auf das Gestaltungshandbuch und das ergänzende Exposé, die „mit viel Liebe zum Detail“ die Bezüge dieser Siedlung zur Natur herausstellten. Und plötzlich sollten, so der Vorschlag der Verwaltung, die Straßen auf kulturschaffende Frauen und Männer verweisen? Diesen Sinneswandel konnte Ackermann nicht verstehen und traf damit auf das Verständnis von Werner Pidun.

Von der Marienkapelle zum Quellmühlenbach

Der Sprecher der SPD-Fraktion gab zu bedenken, dass für kulturelle Bezüge Straßen, Orte und Gebäude mit mehr Publikumsverkehr geeigneter seien als ausgerechnet ein Wohngebiet ganz am Rande der Stadt. Die Straßen im Waldquartier sollten daher eher auf die Gemarkung oder die Geografie verweisen, so wie es wohl auch ursprünglich gedacht war. Also legte er eine aktualisierte Liste mit Vorschlägen vor, die am Ende der Diskussion auch mehrheitlich so angenommen wurde. Danach soll die etwa 900 Meter lange Planstraße A, die das Wohngebiet bogenförmig erschließt, „Im Waldquartier“ heißen. Die weiteren Straßen und Wege werden „Zur Marienkapelle“, „An der Baumschule“, „Zum Quellmühlenbach“, „Im Sonnengarten“, „Vor Ressemanns Kreuz“, „Im Lössfeld“ und „Am Löchterheider Wald“ heißen.

Sichtlich zufrieden verließ Norbert Ackermann die Sitzung, nicht ohne sich dafür zu bedanken, dass die Politik dem Wunsch der zukünftigen Bewohner gefolgt sei: „ein wirklich honoriges Vorgehen“. Anderenfalls hätte die „Botschaft hinter der Botschaft“ bedeutet, dass die Stadt ihren Bürgern detailreiche Vorgaben mache, sie selbst sich aber nicht daran gebunden fühle. Stefan Goch nahm’s sportlich, dass die Politik die Vorschläge „seines“ Instituts für Stadtgeschichte nicht berücksichtigte: „Es ist doch schön, wenn die Politik eine Entscheidung trifft“, stellte er fest.

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