Lichtkunst-Festival

Stadt Gelsenkirchen hofft auf Wiederholung der „Goldstücke“

Der Goldbergpark und der neu gestaltete Busbahnhof in Gelsenkirchen-Buer gerieten bei dem Lichtkunst-Festival „Goldstücke“ zur spektakulären Open-Air-Galerie.

Der Goldbergpark und der neu gestaltete Busbahnhof in Gelsenkirchen-Buer gerieten bei dem Lichtkunst-Festival „Goldstücke“ zur spektakulären Open-Air-Galerie.

Foto: Christiane Rautenberg

Buer. .  Das Lichtkunst-Festival „Goldstücke“ in Gelsenkirchen-Buer war ein Erfolg, so Stadt und Werbegemeinschaft. Rund 5000 Interessierte waren vor Ort.

Goldener Oktober? Von wegen! Zur Premiere des fünftägigen Lichtkunst-Festivals „Goldstücke“ entlang der Kulturmeile in Buer herrschte zum Teil ungemütlichstes Herbstwetter mit Nieselregen und Temperaturen um die zehn Grad. Und trotzdem: Etwa 5000 Besucher ließen es sich nicht nehmen, von Mittwoch bis Sonntag die Installationen von zehn namhaften Künstlern zu erleben. Vor dem einstigen Weiser-Kaufhaus bildeten sich gar Schlangen mit zahlreichen Wartenden. So konnte Kultur-Dezernentin Annette Berg gestern ohne Abstriche bilanzieren: „Wir sind mehr als zufrieden mit der Resonanz. Das Konzept hat überzeugt.“

Der Plan, die Kulturmeile und damit auch Buer mit besonderen Akzenten zu beleben, sei mehr als aufgegangen. „Die Walking Acts mit ihren leuchtenden Lampions waren fantastisch“, schwärmte die Dezernentin von den fantasievoll gekleideten Stelzenläufern, die wie magische Wesen im Zeitlupentempo vom Kunstmuseum zum Goldbergpark schritten, eine Runde durch die besonders illuminierte Robinienhof-Passage drehten und über die Hochstraße zurückkehrten.

„Wir haben durchweg positive Reaktionen bekommen“

„Wir haben durchweg positive Reaktionen von den Besuchern bekommen“, freute sich Annette Berg. Besonders gut seien die Kunstvermittler angekommen, die den Ansatz der einzelnen Arbeiten erläuterten, Info-Material verteilten und bei der Orientierung halfen. Dass nicht jede Installation sich unmittelbar selbst erschloss, habe dem öffentlichen Interesse an „Goldstücke“ keinen Abbruch getan. „Kunst fordert ja auch heraus und zeigt neue Perspektiven auf.“

Tatsächlich pendelten nicht nur Einzelpersonen durch die Nacht, auch Familien mit Kindern und Gruppen steuerten im Dämmerlicht und spätabends die einzelnen Objekte an, die im Umkreis von rund einem Kilometer gut zu Fuß zu erreichen waren und unterschiedliche Altersgruppen berücksichtigten: Philipp Artus lud mit seiner Arbeit „Aquatics“ im Kunstmuseum etwa dazu ein, selbst aktiv zu werden und eigene Wasserwesen zu gestalten – was gerade für Mädchen und Jungen reizvoll war.

„Festival hat Buer belebt und bereichert“

Es sei überdies gelungen, viele Kunstmuseumsbesucher nicht nur für die dort platzierten aktuellen Lichtkunst-Inszenierungen von Artus, Martin Heselmeier und Lyoudmila Milanova zu begeistern, sondern sie zu einer Entdeckungsreise durch die kinetische Abteilung zu motivieren. Als besonderer Anziehungspunkt habe sich das leerstehende Weiser-Kaufhaus an der Hochstraße 2-4 herausgestellt, wo der Berliner Max Sudhues mit Hilfe von Overhead-Projektionen zerknüllter Folien die Böden, Wände und Decken belebte. „Aber es war sicher das Gesamtpaket, das ,Goldstücke’ zu einem Erfolg verholfen hat“, betonte die Dezernentin.

Auch Ole Siemienski, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Buer, war begeistert von der Premiere des Lichtkunst-Festivals. „Es hat Buer belebt und bereichert“, geriet auch er ins Schwärmen. Siemienski hatte im Vorfeld des Projekts die Kontakte zu vielen Hauseigentümern hergestellt, in deren leeren Ladenlokalen Installationen gezeigt wurden.

Ob „Goldstücke“ 2020 eine Wiederholung erfährt, steht indes noch nicht fest. „Jetzt stehen die ersten Gespräche mit den Beteiligten an, bei denen wir die Möglichkeiten dafür ausloten“, erklärte Annette Berg. Die Sparkasse hatte das Spektakel gesponsert. Angesichts der positiven Rückmeldungen ist die Dezernentin aber vorsichtig optimistisch.

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