Medizin

St.-Josef-Hospital soll Zentrum für Altersmedizin werden

Die Schließungspläne sind endgültig vom Tisch: St. Augustinus wird 35 Millionen Euro in das Horster Krankenhaus investieren.

Die Schließungspläne sind endgültig vom Tisch: St. Augustinus wird 35 Millionen Euro in das Horster Krankenhaus investieren.

Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen-Horst.   St. Augustinus investiert 35 Millionen Euro in Horst. In dem Krankenhaus sollen Geriatrie und Geronto-Psychiatrie zusammenkommen.

„Das neue St.-Josef-Hospital kommt“, sagt Susanne Minten, Geschäftsführerin der St. Augustinus GmbH. 35 Millionen Euro will die Gesellschaft in den nächsten drei bis fünf Jahren in Horst investieren, um das Krankenhaus zukunftsfähig und zu einem Zentrum für Altersmedizin zu machen.

Los geht es am 30. September. Dann sollen die letzten 30 Betten der internistischen Station nach Gladbeck umziehen. Im dortigen St.-Barbara-Hospital werden diese in die bereits existierenden 323 Betten integriert. „Das kriegen wir ohne Ausweitung dargestellt“, sagt Wolfgang Heinberg, Sprecher der St. Augustinus GmbH.

Je 35 Millionen Euro für Horst und Gladbeck

Am Standort in der Nachbarstadt will St. Augustinus in den nächsten Jahren ebenfalls 35 Millionen Euro verbauen: Für die neue Notaufnahme, einen weiteren OP und die Intensivstation.

Beide Projekte werden voraussichtlich mit 26 Millionen aus Fördermitteln des Bundesstrukturfonds bezuschusst. „Das ist ein großer Betrag für die Region und der zweithöchste, der je in Nordrhein-Westfalen ausgeschüttet wurde“, sagt Susanne Minten nicht ohne Stolz.

Spezialisierung im Verbund

Im neuen St.-Josef-Hospital sollen in Zukunft Geriatrie und Geronto-Psychiatrie, die heute noch in Erle beheimatet ist, zusammenkommen. 290 Betten soll es dann am Rudolf-Bertram-Platz geben. 100 stationäre Plätze werden der Psychiatrie zufallen. Hinzu kommen 30 Betten in der angegliederten Tagesklinik. Über 160 Betten wird die Geriatrie verfügen.

„Gerade im Alter überschneiden sich nicht selten Symptome aus beiden Fachrichtungen“, erläutert Susanne Minten. An dieser Schnittstelle setze man an und könne zudem mit der Spezialisierung im Verbund trumpfen: „Wenn Patienten über die Notaufnahme in Horst zu uns kommen, können wir sie einerseits in Akutfällen ins Barbara-Hospital Gladbeck, das St.-Marien-Hospital Buer oder das Marienhospital in Ückendorf weiterleiten. Oder aber die Spezialisten aus den Verbundkrankenhäusern nach Horst bitten.“

Ärztliche Versorgung ist gewährleistet

Genauso ist der Weg auch umgekehrt denkbar: Aus den drei Einrichtungen können Patienten natürlich auch in die Geriatrie oder Psychiatrie verlegt werden. „Wir bringen den Patienten dort hin, wo er bestmöglichst versorgt wird“, sagt Susanne Minten.

Dabei ist nicht vorgesehen, dass Horst sozusagen zu einem Altenheim wird, dass von Augustinus mit Senioren beliefert wird. „Die ärztliche Versorgung ist gewährleistet“, versichert Susanne Minten. Man werde Internisten vor Ort haben, die eine Zusatzqualifikation im Bereich Geriatrie vorweisen können. Auch die Notaufnahme des Hauses wird zukünftig bestehen bleiben.

Stationen bekommen einen zeitgemäßen Standard

Bis die Psychiatrische Klinik inklusive der Psychiatrischen Institutsambulanz von der Cranger Straße Richtung Horst zieht, wird in Erle nicht nur weitergearbeitet sondern auch investiert. „Wir sanieren die Stationen, bringen sie auf einen zeitgemäßen Standard“, so Susanne Minten.

Nach dem Auszug soll dann in Erle der sogenannte „Augustinushof“ entstehen. Konkret sind die Pläne noch nicht, denkbar ist aber vieles: Wohnungen für Senioren, Wohngemeinschaften für Demenzkranke, eine Kindertagesstätte, Räume für die Kirchengemeinde und für Erler Vereine. „Wir entwickeln für unsere Häuser Zukunftspläne, keine Sterbepläne“, betont die Krankenhaus-Managerin.

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