Bildung

Sekundarschule fühlt sich dem Stadtteil verbunden

Die Gesichter der Sekundarschule Hassel: Schulleiterin Gabriele Ulbrich und ihr Stellvertreter Ralph Schlumberger.

Die Gesichter der Sekundarschule Hassel: Schulleiterin Gabriele Ulbrich und ihr Stellvertreter Ralph Schlumberger.

Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen-Hassel.   Die Sekundarschule Hassel, 2012 an den Start gegangen, hat ihre Position in der Schullandschaft gefunden. Erster Abschlussjahrgang verabschiedet.

Der letzte Freitag im Juni war für 70 Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Hassel ein willkommener Anlass, sich für die Entgegennahme der Zeugnisse chic zu machen. Doch dieser Freitag war auch ein historischer Tag: Die Schule, Ende August 2012 am Eppmannsweg an den Start gegangen, verabschiedete an ihren Standort St. Michael-Straße ihren ersten Abschlussjahrgang.

Gelegen ganz am nördlichen Rand der Stadt, hat die neue Schule längst ihre Position im Stadtteil gefunden und als neue Schulform in der Schullandschaft gefestigt. Der stellvertretende Schulleiter Ralph Schlumberger verweist auf die Zahlen des Abschlussjahrgangs: „26 Prozent der Schüler haben die Fachoberschulreife erreicht, 34 Prozent mit Qualifikationsvermerk für die Oberstufe. 40 Prozent haben einen Hauptschulabschluss geschafft.“

Eine Gesamtschule ohne Oberstufe

Schlumberger nennt weitere Zahlen: Vor sieben Jahren mit 77 Schülerinnen an den Start gegangen, werden es im kommenden Schuljahr 91 Schülerinnen und Schüler sein, verteilt auf vier Eingangsklassen. Schulleiterin Gabriele Ulbrich: „Die Sekundarschule ist eine Gesamtschule ohne Oberstufe. Eine integrierte Schulform, aber in einem kleineren, familiären System.“ Diese Integration musste nach außen wie nach innen vollzogen werden, galt es doch, die neue Schulform in einem Stadtteil mit seinen vielfältigen Herausforderungen zu etablieren und gleichzeitig einen Schulentwicklungsprozess der besonderen Art zu begleiten.

Denn in dem Maße, wie die neue Sekundarschule Jahrgang um Jahrgang wuchs, verschwanden die Hauptschule am Eppmannsweg und die Realschule an der St. Michael-Straße Stück für Stück. Gabriele Ulbrich ist überzeugt: „Wir sind eine der wenigen Sekundarschulen im Land, in der dieser Prozess konfliktfrei gelöst worden ist.“

Sehr aktiv im Stadtteil

Lehrerinnen und Lehrer der Haupt- und Realschule konnten sich für die Sekundarschule bewerben, für andere standen Pensionierungen oder Versetzungen in die Nähe ihrer Wohnorte an. Heute besuchen rund 520 Schülerinnen und Schüler die Sekundarschule Hassel, sie bilden 20 Klassen und werden von 54 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet.

Gabriele Ulbrich: „Wir sind im Stadtteil sehr aktiv, haben eine hohe Vernetzung.“ Der Standort liegt im Schatten des Stadtteilzentrums, dort, ins Dietrichs, gehen die Schüler zum Mittagessen. Es gibt enge Beziehungen zum Geschichtskreis Hassel und zu den Falken, im Advent ist der ganze Stadtteil auf den Beinen, um das „Winterleuchten“ zu organisieren.

Kooperation mit Gesamtschule und Berufskolleg

Als Indiz für die Beliebtheit wertet die Schulleiterin auch die hohe Anzahl von Geschwisterkindern, die sich für die Sekundarschule entscheiden haben. Gabriele Ulbrich: „Wir vergeben alle Abschlüsse.“ Die Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Buer-Mitte und mit dem Eduard-Spranger-Berufskolleg macht es möglich. 16 Schüler des jetzigen Abschlussjahrgangs nutzen ab dem kommenden Schuljahr diese Möglichkeit.

Im Laufe von sechs Jahren hat die Sekundarschule Hassel ihre Berechtigung als Alternative zu Haupt- und Realschulen unter Beweis gestellt, die damals gegen den Ruf ankämpfen mussten, eine Restschule zu sein oder es in der Folge zu werden. Gabriele Ulbrich: „Die Zukunft gehört dem integrierten System. Hier werden Schüler nicht ausselektiert, wir nehmen sie mit bis zur zehnten Klasse.“

>> Viele Investitionen, Sanierungen stehen an

In die beiden Schulstandorte ist viel investiert worden. Alle Klassenräume sind digital aufgerüstet worden, verfügen nicht mehr über Kreidetafeln, sondern nutzen elektronische Whiteboards. Die Schule verfügt über 120 Net-Books. Jetzt steht die Sanierung von Turn- und Schwimmhalle an; Kosten: zwei Millionen Euro.

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