Tierarzt

Seit Januar müssen in Gelsenkirchen Notfälle in die Klinik

Am Wochenende bleibt Tierhaltern nur der Weg in die Tierklinik.

Am Wochenende bleibt Tierhaltern nur der Weg in die Tierklinik.

Foto: Michael Korte

Weil nur drei Tierarztpraxen bereit waren, einen Notdienst am Wochenende anzubieten, wurde dieser zum Jahresbeginn eingestellt. Bueraner müssen mit ihren Tieren in die Klinik oder können demnächst im Tierheim Erste-Hilfe am Tier lernen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Unfälle passieren eigentlich immer an Wochenenden und Feiertagen. Das kennen auch Tierhalter. Doch die wissen oft nicht, wohin mit dem Vierbeiner. Denn der stadtweite tierärztliche Notdienst in Gelsenkirchen wurde zum Januar dieses Jahres eingestellt.

„Es sind von Jahr zu Jahr Praxen ausgestiegen. Und Ende vergangenen Jahres waren wir zu dritt“, berichtet Tierarzt Michael Bluszcz, dessen Praxis den Notdienst vor zwölf Jahren ins Leben rief und ihn bis Dezember 2013 organisierte. „Wir wollten mindestens acht Praxen haben, die mitmachen. Mit weniger Tierärzten ist der Notdienst einfach nicht zu leisten.“

Einige Praxen aber seien ausgestiegen, weil auch der Bedarf nicht mehr so groß sei. „Viele Tierhalter fahren gleich in die Kliniken. Es gab Notdienste, da klingelte nicht einmal das Telefon.“ Im Umkreis gebe es einige Tierkliniken. „Und auch die Praxis SmartVet hat eine Rufbereitschaft.“

Darüber hinaus gibt es Tierärzte, die man auch außerhalb der Sprechzeiten anrufen kann. Darius Solochewitz etwa bietet für seine tierischen Patienten seit 20 Jahren schon einen eingeschränkten Notdienst an. „Man kann immer anrufen. Wenn ich da bin, ist es kein Problem, einen Notfall zu behandeln“, so Solochewitz.

Erste-Hilfe-Kurs für Tierhalter

Hilfe zur Selbsthilfe bietet Matthias Peppmüller, der eine Praxis in Buer hat und für das Tierheim zuständig ist. Dort bietet er im Sommer einen Erste-Hilfe-Kurs für Tierhalter an. „So geben wir den Menschen ein paar Hilfen an die Hand.“ Eine Maßnahme, die aus Sicht der Tierschützer wichtig ist. Nur so könne man die Erstversorgung am Tier vornehmen, bevor man sich auf den Weg zum Arzt macht.

„Dass es keinen stadtweiten Notdienst mehr gibt, ist wirklich ein Problem“, so Heike Bihsa, Pressesprecherin des Tierschutzvereins. Tierhalter mit einem Auto können natürlich in die Klinik fahren. Mit Bus und Bahn und einem tierischen Notfall im Gepäck sehe die Situation ganz anders aus.

„Jetzt versuchen wir, Taxiunternehmen zu gewinnen, die verbindlich zusichern, ein krankes Tier zu transportieren - am liebsten zum Festpreis“, erklärt Bihsa, man wolle Informationen zu einem solchen Fahrdienst bald auf der Internetseite des Tierheims veröffentlichen.

Nummer der Klinik im Handy speichern

Weil im Notfall die Nerven blank liegen, rät Tierarzt Matthias Peppmüller, sich schon vorab zu informieren, wie man zur Tierklinik kommt und die Nummer im Handy zu speichern. „Es ist sehr wichtig, schon vorher in der Klinik anzurufen. Das macht ein Rettungswagen ja auch nicht anders. Man beschreibt den Fall und die Ärzte können sich auf die Behandlung einstellen und Vorbereitungen treffen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben