Austausch

Schüler kehren aus Auschwitz nachdenklich zurück

Die Gäste aus Hassel nahmen auch an einer Führung durch die Auschwitz-Gedenkstätte teil.

Die Gäste aus Hassel nahmen auch an einer Führung durch die Auschwitz-Gedenkstätte teil.

Gelsenkirchen-Hassel.  Gäste aus Hassel besuchten Förderschule in Krakau. Austausch führte die Jugendlichen auch ins Schindlermuseum und zur Auschwitz-Gedenkstätte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein Spaziergang über den Marktplatz, eine Schifffahrt auf der Weichsel, dazu noch ein Schwimmbadbesuch: Fast könnte man meinen, dass die Fahrt nach Krakau für die Schülerinnen und Schüler der Förderschule an der Bergmannsglück ganz üblicher und alltäglicher Schüleraustausch war. Trotz aller Gastfreundschaft und zahlreicher fröhlicher Momente kehrte der Besuch aus Hassel nachdenklich gestimmt zurück.

Denn auf dem Programm standen auch ein Besuch im Schindlermuseum und eine Fahrt nach Auschwitz, wo die Gäste aus Deutschland Gelegenheit hatten, die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz zu besichtigen.

Vorbereitung mehr als ein Jahr

„Vor etwa eineinhalb Jahren entstand in unserer Schule die Idee, Schülern einen Schüleraustausch ermöglichen zu wollen. Gerade für unser Klientel eine außergewöhnliche und für viele einmalige Erfahrung“, berichtet Lehrerin Mareike Schüring von den Vorbereitungen. Es war dann ein langer Weg bis zur Fahrt, die Mitte Mai stattfand.

Schon deshalb, weil Angebote und Hilfen nicht unbedingt auf Förderschulen und Schüler mit emotional-sozialen Problemen ausgerichtet sind. Über die Stadt Gelsenkirchen und das Partnerschulnetz konnte schließlich der Kontakt geknüpft werden zur polnischen Förderschule, die auch schon Austauscherfahrungen hatte. Mareike Schüring: „Da es eine Schule aus Krakau war, war sofort auch der Gedanke der Gedenkstättenfahrt da. Dies wurde von polnischer Seite unterstützt.“

Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren

Nach vielen E-Mails und Telefonkontakten flogen zwei Lehrkräfte der Hasseler Förderschule im Februar für vier Tage zum Vortreffen nach Krakau. In dieser Zeit wurden gemeinsam das Programm zusammengestellt, das Hostel getestet, die Schule besichtigt und positive Kontakte geknüpft. So lautete das Fazit: „Die polnischen Lehrkräfte waren sehr gastfreundlich, wir fühlten uns sofort wohl.“

Die etwa zehn Schüler der 9. Klasse im Alter zwischen 15 und 17 Jahren wurden das gesamte Schuljahr im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft auf den Austausch vorbereitet. „Wir haben sogar ein paar Worte Polnisch gelernt“, so Mareike Schüring. Doch vor Ort halfen dann doch Englisch und die Verständigung mit Händen und Füßen besser weiter. Für die Lehrerin war die Fahrt ein „voller Erfolg“: „Die Schüler waren begeistert von der Stadt und zeigten sich mehrheitlich sehr interessiert an ihren polnischen Altersgenossen.“

Gegenbesuch für April 2018 geplant

Der Kontakt zu ihnen bleibt bestehen: Zwischenzeitlich über Kurzmitteilungen, die per Mobiltelefon verschickt werden. Und im kommenden Jahr dann auch wieder persönlich. Mareike Schüring: „Die polnische Schule wird uns dann im April besuchen, so dass der Schüleraustausch kontinuierlich ausgebaut werden kann.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik