Akkordeonorchester

„REacction“ begeistert beim „anderen Konzert“ im Kunstmuseum

„Das andere Konzert“ – eine musikalische Weltreise mit dem Akkordeonorchester „REacction“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen-Buer.

„Das andere Konzert“ – eine musikalische Weltreise mit dem Akkordeonorchester „REacction“ im Kunstmuseum Gelsenkirchen-Buer.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  99 Gelsenkirchener lauschten am Sonntag den Akkordeon-Klängen von „REacction“. Im Kunstmuseum gab es das nächste „andere Konzert“.

Gleich sieben Musiker präsentierte am Sonntagmorgen die zweite Veranstaltung dieses Jahres von „Das andere Konzert“ im Kunstmuseum. Zu Gast: das Akkordeon-Ensemble „REacction“ aus dem Kreis Recklinghausen.

Die künstlerische Leiterin der Reihe, Miriam Geier, blieb ihrer Linie treu, vornehmlich Musiker aus ihrem persönlichen Erfahrungsbereich zu engagieren. Mit „REacction“ hatte sie im vergangenen Jahr einen gemeinsamen Auftritt im Vest.

Vier Sätze aus der Nussknacker-Suite

„Schon an der Hochschule in Detmold habe ich mich in freien Stunden in die Akkordeonklassen geschlichen, ich liebe dieses Instrument“, erklärte die Pianistin dem gespannten Publikum. Das vornehmlich aus jungen Leuten bestehende Ensemble erwächst aus einer privaten Initiative und kann unter der Leitung von Marcel Denzer zunehmend auch internationale Erfolge nachweisen. Zuletzt ein zweiter Platz beim „World Music Festival“ im österreichischen Innsbruck.

Zu Beginn des Matinee-Programmes ein Klassiker im wahrsten Sinne des Wortes, vier Sätze aus der Nussknacker-Suite von Pjotr Tschaikowsky. Denzer spielte als Teil des Ensembles, die Abstimmung der sieben Akkordeons war perfekt. Ein pulsierender Basso continuo, spielerische Gegenläufe, gemeinsame Aufschwünge. Der typische Klang der Tasteninstrumente unterstrich den fröhlichen, volkstümlichen Kern der russischen Komposition. Rasant und schwungvoll meisterten die Musiker die Tempoverschärfungen, setzten gekonnte punktuelle Akzentuierungen. Ein schwärmerisches Walzer-Thema am Ende entlockte ein seufzendes „Ach wie schön“ in den Reihen der Zuhörer.

Schlager und Pop ließen die Füße wippen

„Ich verspreche Ihnen Vielfalt“, sagte Geier eingangs, und „REacction“ enttäuschte nicht. Mit „Transylvania“ aus der Feder von Helmut Quakernack erblühte die schwermütige slawische Seele. Balkan pur mit klopfendem Herz und leidenschaftlichen Melodiebögen, verwobenen Mäandern orientalischer Noten auf einem breiten, sonoren Klangteppich.

Schlager und Pop ließen Füße wippen, ein Medley aus vier ABBA-Songs wurde sogar leise mitgesummt. Ein Ausflug nach Südamerika durfte nicht fehlen, ist doch das Akkordeon Synonym für heißblütige Tango-Rhythmen. „Brasil“, „Mas que Nada“ und der weltberühmte „Libertango“ von Astor Piazzola begeisterten. Nach dem „Final Countdown“, tatsächlich ein Arrangement auf die bekannte Hymne der schwedischen Hardrocker „Europe“, gab es ausgiebigen und ehrlichen Applaus der 99 Zuhörer.

Die Sitzplatzzahl ist durch den Museumsraum begrenzt

„Das andere Konzert“ ist gratis, aber die Sitzplatzzahl ist durch den Museumsraum begrenzt. „In der Vergangenheit gab es immer wieder Unstimmigkeiten beim Einlass, um die sicherheitstechnisch geforderte Maximalbelegung nicht zu überschreiten“, informierte Museumsdirektorin Leane Schäfer. Seit Sonntag gibt es „Zählkarten“ schon an der Rezeption des Museums. Bei 99 ist unweigerlich Schluss, wer keine Karte bekommen hat, darf nicht in den Konzertsaal.

Zum Konzert von „REacction“ hatte sich diese Information noch nicht herumgesprochen, eine Hand voll Gäste musste enttäuscht draußen bleiben. „Wir empfehlen in Zukunft eine halbe Stunde vor Konzertbeginn zu erscheinen“, so Schäfer.

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