Kirche

Propst feiert sein Priesterjubiläum nicht nur in St. Urbanus

Hat seinen Traumjob gefunden: Stadtdechant Propst Markus Pottbäcker feiert sein 25- jähriges Priesterjubiläum und freut sich auf die Feiern.

Hat seinen Traumjob gefunden: Stadtdechant Propst Markus Pottbäcker feiert sein 25- jähriges Priesterjubiläum und freut sich auf die Feiern.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Buer.   Seit 25 Jahren steht Markus Pottbäcker im Dienst der katholischen Kirche. Den Entschluss hat Gelsenkirchens Stadtdechant nie bereut

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Als kleiner Junge wollte er eigentlich Lokführer werden, auf einer Dampfeisenbahn, versteht sich; später dann Soldat, wegen der eindrucksvollen Uniformen. Im Alter von 17 Jahren kam Markus Pottbäcker schließlich der Gedanke, Priester zu werden.

Und er blieb: Als der junge Mann von der Bundeswehr zur Musterung eingeladen wurde, stand sein Entschluss fest. Bereut hat der Propst ihn nicht, versichert er – und freut sich auf die Feiern zum 25-jährigen Priesterjubiläum am Sonntag, 19. Mai, in St. Urbanus und am Montag, 20. Mai, in St. Augustinus.

Kein „Erweckungserlebnis“

Das einzigartige „Erweckungserlebnis“, nein, das gab’s in seinem Fall nicht. „Ich war in unserer Gemeinde in Duisburg-Obermeiderich zwar engagiert, so wie meine ganze Familie. Aber der Berufswunsch wuchs ganz allmählich, wurde dichter, weil ich mich in der Kirche, im Gottesdienst, im Gemeindeleben einfach sehr zu Hause fühlte, dort auch viele Freunde hatte“, berichtet der 52-Jährige und lächelt.

Denn genauso empfindet er es noch immer, als Propst zweier Pfarreien mit sieben bzw. fünf Gemeinden, als Leiter der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH mit rund 4500 Beschäftigten sowie als Stadtdechant.

Mehr Manager als Seelsorger

Dass er irgendwann einmal mehr Manager als Seelsorger sein, viel Verwaltungsarbeit erledigen würde: „Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. Als ich 1985 in Bochum mit dem Theologie- und Philosophie-Studium begann und 1988 noch Kunstgeschichte und Geschichte dazu wählte, arbeiteten Priester als Seelsorger in den Pfarreien, fertig.“

Die Zeit der geistlichen Ausbildung im Studienkolleg des Bistums Essen in Bochum und im Priesterseminar in Essen-Werden erlebte er als erfüllend und „im Rahmen der 1980er Jahre durchaus als offen, was die Auseinandersetzung mit dem Zölibat angeht“.

Leidenschaft für diese Lebensweise

Dass damit der Verzicht auf eine eigene Familie einhergeht, hatte ihm schon seine ältere Schwester in deutlichen Worten klargemacht, nachdem der 17-Jährige der Familie seinen Berufswunsch eröffnet hatte. „Am Ende hat aber die Leidenschaft für diese Lebensweise mit der Nähe zu Gott immer alles andere überwogen.“ Und seine Schwester hat auch längst ihren Frieden damit gemacht, keine Tante werden zu können.

Die folgenden Jahre führten ihn als Diakon ins ländliche Plettenberg, „wo die Menschen ihren Glauben leben, ohne alle paar Hundert Meter eine Kirche vorzufinden“, als Kaplan nach Alt-Oberhausen, als Subsidiar nach Essen.

Rahmenbedingungen für katholisches Leben

Pottbäcker wurde Stadtjugendseelsorger in Essen, Diözesanseelsorger des BDJK im Bistum und Pfarradministrator im wohlhabenden Essen-Bredeney, bevor er nach einigen Jahren als Pastor in Essen-Werden und -Steele-Horst 2014 Propst in St. Urbanus in Buer wurde.

Von 6000 auf rund 38.000 „Schäfchen“, seit Ende 2017 sind es mit St. Augustinus insgesamt etwa 55.000, dazu die Leitung von Pastoralteams dies- und jenseits des Kanals sowie der St. Augustinus GmbH: Mit seinem Berufsalltag von einst haben die Herausforderungen heute kaum noch etwas zu tun.

„Gottesdienste halte ich zwar nach wie vor täglich, übernehme auch Taufen und Trauungen, aber ansonsten ist es meine Hauptaufgabe, die Rahmenbedingungen für katholisches Leben mitzubestimmen.“

Beziehung zu Jesus

Tatsächlich immer noch ein Traumjob? Pottbäcker nickt nachdrücklich. „Beim Priester-Sein geht es nicht nur um die Funktion, sondern auch um die geistliche Lebenshaltung, um die Beziehung zu Jesus und das Gebet. Und die ist unabhängig von der gerade aktuellen Aufgabe.“

Froh ist er nur, am Ende doch nicht in den Benediktiner-Orden eingetreten zu sein. „Als Mönch könnte ich schließlich nicht an Weiberfastnacht nach Köln fahren oder an Rosenmontag zum Zuch. Und das wäre für mich unerträglich.“

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