Stadtteil

Politik bremst Ausbau der Oemkenstraße vorerst aus

Die Oemkenstraße in Resse soll erneuert werden. Anwohner befürchten, dass damit der Durchgangsverkehr zunimmt.

Die Oemkenstraße in Resse soll erneuert werden. Anwohner befürchten, dass damit der Durchgangsverkehr zunimmt.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Resse.   Bezirk Ost weist Sanierungspläne der Stadt zurück. Anwohner sollen nicht für Kosten zahlen, die vom Durchgangsverkehr verursacht wurden.

Die Ressestraße ist weit weg, ebenso die Ewaldstraße und erst recht die Middelicher Straße: Die Anlieger des oberen Teils der Oemkenstraße genießen die Ruhe am Rand von Resse. Eigentlich können sie sich freuen, dass die Stadt ihre Straße zwischen Hertener Straße und Eichenstraße erneuern will. Doch ob die Fahrbahn- und Gehwegarbeiten – wie von der Verwaltung geplant – im Sommer beginnen können, ist fraglich. Die Bezirksvertretung Ost hat das Vorhaben erst einmal ausgebremst.

Die Stadt bezeichnet die Oemkenstraße als eine Anliegerstraße, die vorwiegend der Erschließung der angrenzenden Grundstücke diene. Wer dort wohnt, beurteilt die Situation sicherlich anders. Denn über die Oemkenstraße, die in ihrem südlichen Teil bis zur Fichtenstraße schon saniert ist, lässt sich so manch ein Ampel-bewehrter Umweg über Hauptverkehrsstraßen leicht abkürzen. Aus diesem Grund stellte Florian Midlaszewski (SPD) in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Ost den am Ende einstimmig beschlossenen Antrag, vorerst keinen Beschluss über diese Sanierung zu fassen.

Frühzeitge Bürgerinformation gefordert

Seine Begründung: „Diese Baumaßnahme soll sicherstellen, dass die Oemkenstraße nicht als Umgehungsstraße genutzt werden kann.“ Thorsten Dercar, Sprecher der CDU-Fraktion, fragte sich, ob die Oemkenstraße tatsächlich eine Anliegerstraße sei: „Die Anwohner trifft anteilig die Kostenlast für Schäden, die durch die Umgehungsverkehr hervorgerufen werden.“ Deshalb dürfe die Oemken-straße von Seiten der Stadt nicht als reine Anliegerstraße eingestuft werden. Wolfgang Küppers von den Grünen forderte, die betroffenen Grundstückeigentümer schon frühzeitig über das Ausbauvorhaben zu informieren, „um eine Situation wie am Marthaweg in Hassel zu vermeiden“. Bezirksbürgermeister Wilfried Heidl (SPD) verwies darauf, dass die neue Satzung für die Umlage von Straßenausbaukosten nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) wohl im Herbst verabschiedet werde: „Wir müssen im Sinne der Grundstückseigentümer denken.“ Er werde sich für eine Bürgerinformation einsetzen.

Ein Vertreter des Verkehrsreferates machte auf die großen Risse in der Fahrbahn, den schlechten Zustand der Gehwege und die Folgen aufmerksam: „Wenn wir weiter warten, wird die Oemkenstraße nicht zusammenbrechen, aber die Sanierung teurer.“ Jetzt sei geplant, die Fahrbahndecke bis zu einer Tiefe von zwölf Zentimetern zu erneuern. Würde zu lange mit der Baumaßnahme gewartet, müsse man bis zu 70 Zentimeter in die Tiefe gehen, was das Vorhaben deutlich teurer mache.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben