Mietstreit

Nebenkosten verursachen Ärger an der Talstraße

Ärgern sich über ihren Vermieter Vivawest: Christoph Büßemeyer (l.) und Abdelali Zalmate.

Foto: Oliver Mengedoht

Ärgern sich über ihren Vermieter Vivawest: Christoph Büßemeyer (l.) und Abdelali Zalmate. Foto: Oliver Mengedoht

Buer.   Mieter an der Talstraße sollen 1200 Euro für Wasser nachzahlen. Vivawest reagiert nicht auf Reklamationen. Bucht das Geld kurzerhand vom Konto ab

Über Jahre lief alles prima. Meistens hatten Christoph Büßemeyer und Abdelali Zalmate ein kleines Plus auf ihrem Nebenkostenkonto, wenn die jährliche Rechnung des Vermieters Vivawest ins Haus flatterte.

2016 war damit Schluss. Statt ein paar Euros erstattet zu bekommen, sollten die beiden Mieter jeweils 800 Euro nachzahlen. Für Wasser. „Warum die Betriebskosten derart hoch ausgefallen sind, erschließt sich mir nicht“, sagt Christoph Büßemeyer. Schließlich hatten die beiden weder eine Schulklasse vorübergehend einquartiert, noch war ihnen ein Schaden bekannt, der zu einem Wasserverlust geführt haben konnte.

Zählerstand geprüft

Zalmate und Büßemeyer reklamierten die Rechnung per Einschreiben bei der Wohnungsverwaltung. „Bis heute haben wir dazu keine Stellungnahme erhalten“, sagt er. Für die beiden alleinerziehenden Väter, die mit ihren Kindern die Zechenhäuser an der Talstraße bewohnen, sollte es aber noch schlimmer kommen. In diesem Jahr forderte Vivawest 1200 Euro pro Familie nach. Trotz Reklamation wurde das Geld vom Konto Büßemeyers abgebucht. „Auf meinen Einwand wurde erneut nicht reagiert“, sagt Büßemeyer.

„Wir haben den Zählerstand prüfen lassen und weitere Kontrollen vorgenommen“, sagt Vivawest-Sprecherin Katrin-Julia Lamprecht nach der Anfrage der WAZ. Dieser Darstellung widerspricht Gelsenwasser allerdings. „Die Rechnung ist von Vivawest nicht reklamiert worden“, erläutert Heidrun Becker, Konzernsprecherin bei Gelsenwasser.

Vertrag mit Vivawest

Gelsenwasser habe einen Vertrag mit Vivawest. Wenn etwas zu beanstanden sei, müsse sich Vivawest melden – nicht der Mieter. Vivawest habe die Rechnungsbeträge aus den beiden Jahren ohne Beanstandungen an Gelsenwasser überwiesen, so Becker.

Inzwischen will Vivawest herausgefunden haben, dass „die in den Vorjahren (2012-2014) durch Gelsenwasser berechneten Kosten auf Schätzungen beruhten und deutlich zu gering waren“, berichtet Lamprecht. „Gelsenwasser konnte uns auf Nachfrage nicht mitteilen, warum in diesem Zeitraum nur geschätzt wurde. Aus diesen ungenauen Schätzungen resultiert jedenfalls die Tatsache, dass die Mieter der Talstraße in den Jahren 2012 bis 2014 Nebenkosten bezahlt haben, die nicht den tatsächlichen Verbräuchen entsprachen“.

Gelsenwasser räumt ein, dass für den Zeitraum 2010 bis 2014 die Zählerstände geschätzt wurden. Allerdings hatte Christoph Büßemeyer bereits seit 2010 Erstattungen bekommen. „Und in diesem Jahr ist der Verbrauch auch wieder so niedrig wie im Zeitraum vor 2016“, sagt Becker.

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