Weiberfastnacht

Närrinnen erstürmen das Horster Schloss

Die Weiber sinde.los: Der Narrensturm auf Schloss Horst lag am Donnerstag klar in Frauenhand. Sie schunkelten gut gelaunt und fantasievoll verkleidet.Wer davon nicht genug hatte, konnte am Abend dann weiterziehen ins Festzelt an der Königswiese.

Die Weiber sinde.los: Der Narrensturm auf Schloss Horst lag am Donnerstag klar in Frauenhand. Sie schunkelten gut gelaunt und fantasievoll verkleidet.Wer davon nicht genug hatte, konnte am Abend dann weiterziehen ins Festzelt an der Königswiese.

Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen-Horst.   Die Narren ziehen vom Sturm aufs Hans-Sachs-Haus weiter nach Horst. Dort will Joachim Gill die Schlüsselgewalt verteidigen – am Ende ohne Erfolg.

Stell Dir vor, es fällt der Startschuss zum Höhepunkt der fünften Jahreszeit, und niemand bekommt ihn mit. Gut, oben auf dem Goldberg, da drängen die Frauen am frühen Nachmittag vereint und verhalten verkleidet ins Michaelshaus, aber unten im Emschertal? In Horst braust der Verkehr ungerührt draußen am Schloss vorbei, aber drinnen im Schutze des historischen Gemäuers hat sich alles versammelt, was vom Sturm aufs Hans-Sachs-Haus noch nicht genug hatte.

Schwarzwaldfrauen mit Bollenhut sind dabei, Bienen mit Namen Maja und Chinesinnen in Schwarz-Gelb, Matrosen in Blau-Weiß, mondäne Damen mit giftgrünen Federboas und farblich dazu passenden Wimpern.

Flotte Muttis mit Rollator

Es wird geschunkelt, die Texte sitzen, die Kälte bleibt draußen vor der Tür: So lässt sich kommod Karneval feiern. Durch das Programm führt Peter Nienhaus, unterstützt von Anette Schwenzfeier. Beide waren am Vormittag in gleicher Mission im Hans-Sachs-Haus, jetzt gilt es, das alte Schloss in Wallung zu bringen. Echte Karnevalisten machen nicht schlapp, sondern einfach weiter.

Das Prinzenpaar hat sich zur Übernahme der Schlossgewalt angesagt, doch bis zum Eintreffen dauert es noch etwas. Die Zeit überbrücken die Cowgirls der Minigarde der Bismarcker Funken und die „flotten Muttis“ Tanja, Tina, Sabine, Sabrina, Silke und Jasmin, die in Kittelschürzen und mit Rollatoren eine flotte Choreographie auf dem Steinparkett des Schlosses tanzen.

Mathilda, Greta und Ronja gegen den Opa

Derweil dreht Schloss- und Hausherr Joachim Gill die Runden durch die Reihen, nicht als Bezirksbürgermeister, im passenden Anzug schon eher als Bezirksmatrose. Geschultert hat er einen Seesack, zu vorgerückter Stunde nicht mehr ganz so prall gefüllt mit Konfetti. Ein Griff hinein und schon geht ein kunterbunter Regen aus Papierfetzen nieder.

Ein paar Handvoll wollte er noch übrig lassen für die Schlüsselübergabe, aber da hatten schon die Kinder der Minigarde reichlich zugegriffen. Er ruft seine Enkelinnen Mathilda, Greta und Ronja zu sich, damit Elisabeth I. und Julian I. den Schlüssel richtig erkämpfen sollen. Und was macht der Nachwuchs? Schlägt sich auf die Seite der Tollitäten und reißt vereint dem Opa den Symbolschlüssel aus der Hand. Die Konfetti sind aus, die Frikadellen sind weggeputzt, das Schunkeln und das Singen sind lange noch nicht vorbei. Klatschmarsch und Abmarsch. Das Prinzenpaar zieht aus der Glashalle und Horst feiert weiter.

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