Modellbahn

Modelleisenbahn im Nordsternpark - Signale stehen auf Rot

Panorama mit Bottroper Tetraeder und Scholvener Schloten: Der Deutschlandexpress hat seinen Betrieb eingestellt.

Panorama mit Bottroper Tetraeder und Scholvener Schloten: Der Deutschlandexpress hat seinen Betrieb eingestellt.

Foto: Thomas Schild

Gelsenkirchen-Horst.  Betreiber der Modelleisenbahnanlage im Nordsternpark sieht wegen der finanziellen Belastungen keine Zukunft mehr in Horst. In Essen läuft es besser.

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Der „Deutschlandexpress“ hat das Abstellgleis erreicht, dort stehen jetzt alle Signale auf Rot. Jens Kürvers, der Betreiber einer der größten digital gesteuerten Modelleisenbahnanlagen, hat sich dazu durchgerungen, die Einrichtung im Nordsternpark dauerhaft zu schließen. Spätestens am 31. Dezember, wenn der in diesen Tagen gekündigte Mietvertrag ausläuft, wird diese detailreiche Anlage mit ihrem über vier Kilometer langen Gleisnetz Geschichte sein.

Erfolglose Gespräche

Der Essener Unternehmer hatte das Aus für den Deutschlandexpress schon zum Ende der Sommerferien angekündigt (die WAZ berichtete). Nach Gesprächen mit der Stadt, der Nordsternpark GmbH und dem Energieversorger ELE ist Kürvers zu der Überzeugung gekommen, dass der Weiterbetrieb der Anlage wirtschaftlich nicht mehr tragbar sei. „Um den Deutschlandexpress zu betreiben, ist ein fünfstelliger Betrag nötig. Das ist mit anderen Standorten nicht zu vergleichen“, sagt Kürvers, der eine ähnliche Anlage, offenbar zu besseren Konditionen, im Essener Gruga-Park betreibt.

Mehr Gewerbe- denn Freizeitpark

Zudem verweist er auf die Veränderung, die der Nordsternpark im Laufe der Jahre vollzogen habe: „Der Nordsternpark war einmal ein Freizeitpark, heute ist er zu einem Gewerbepark geworden.“ Hinzu kommt, dass der Deutschlandexpress für Spontanbesucher nicht als Modelleisenbahnanlage zu erkennen war: Gegenüber vom Eingang Am Buga-Park 1c flatterte lediglich ziemlich beziehungslos die Fahne mit dem Schriftzug eines Modellbahnherstellers. Und das Schild, das auf „eine der größten Modelleisenbahnen“ hinwies, war so klein, dass die meisten Besucher es wohl kaum wahrgenommen haben. Trotzdem hat es der Deutschlandexpress in der Vergangenheit aber geschafft, jährlich bis zu 20 000 Modellbahnfans nach Horst zu locken.

Versteigerung geplant

Die kommenden Wochen will Kürvers nutzen, um einen geordneten Rückzug anzutreten. Der Mietvertrag läuft zum Jahresende aus, bereits vor Weihnachten will er die angemieteten Räume besenrein übergeben.

Bis dahin gibt es noch viel zu tun, immerhin besteht die Anlage aus 12 000 Figuren und 1100 Gebäuden. Hinzu kommen Schienen, Schienen, Schienen sowie 150 Züge mit 4000 Waggons, nicht zu vergessen die Technik, die hinter den Kulissen verborgen ist. Jens Kürvers: „Die werthaltigen Teile der Anlage sollen versteigert werden.“ Was sich nicht verkaufen oder auf einer anderen Anlage wiederverwerten lässt, wird in den kommenden Tagen wohl ein Opfer der Säge. Jens Kürvers: „Etwas anderes als zersägen kann man ja mit den vielen Gipsmodellen auch nicht machen.“

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