Mini-Zechen sollen im Schlosspark bleiben

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Man hat sich an ihren Anblick gewöhnt: 15 Erdhügel säumen den Weg von den Schlossteichen in Herten Richtung Zeche Ewald. Auf acht Hügeln thronen rostige Mini-Zechen. Die Hommage an Hertens Bergbau-Vergangenheit ist in etwa so marode wie der Malakowturm auf Ewald – dabei ist das Ensemble erst sechs Jahre alt und wurde schon aufwendig saniert. Kostspielige Kunst, schließlich hat das Ensemble rund 190 000 Euro gekostet. 152 000 Euro steuerten Land und EU bei. Den Rest zahlte die Stadt Herten. Sie kommt auch für die Pflege auf. Zu teuer für das arme Herten, finden viele. Die Stadt jedoch hält eisern daran fest.

Dem Burgenland hatten von Anfang an kletternde Kinder, wühlende Mäuse und grabende Kaninchen zugesetzt. Zudem unterspülte der Regen die löchrigen Sockel der Mini-Zechen. Eine Zier waren die ramponierten Hügel nicht, und so stimmte der Urheber, Landart-Künstler Nils Udo, einem Sanierungsversuch zu. Seltsamerweise hatte er mit derlei Einflüssen im Wald nicht gerechnet.

Die Hügel wurden 2015 ganz neu aufgeschichtet und mit einer Geotextilie stabilisiert, die Sockelplatten der Zechen wurden einzementiert. Rund 35 000 Euro kostete die Sanierung. Die Stadt spricht von einer „erfolgreichen Wiederherstellung“ der Hügel. Wer sie heute in Augenschein nimmt, findet erneut zahlreiche Löcher und kahle Stellen, ausgegrabene Zementsockel und vertrocknetes Grün. An etlichen Stellen sind Rasen und Erdreich bis auf die schützende Geotextilie abgetragen.

Mit der Sanierung ist es freilich nicht getan. Für die Instandhaltung rechnet die Stadt mit jährlichen Kosten von 11 300 Euro; die Hälfte trägt der Landschaftsverband (RUR). Am Burgenland festhalten will die Verwaltung auf jeden Fall – und das muss sie auch. Denn das Projekt wurde zu 90 Prozent mit Mitteln aus dem Ökologieprogramm Emscher-Lippe gefördert und die Richtlinien enthalten eine Zweckbindungsfrist von 25 Jahren.

Näher bei den Bürgern

So lange muss das Burgenland instand gehalten werden. Folglich will die Stadt vom Vorschlag der Piraten Partei nichts wissen. Die hatte gefordert, die rostigen Mini-Zechen von den Hügeln im Schlosspark abzumontieren und an zentralen Plätzen in den Hertener Ortsteilen auf preiswerten Sockeln neu zu installieren. Das sei aufgrund der hohen Folgekosten unterm Strich billiger, und so wären die Kunstobjekte auch näher an den Bürgern.

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