Rad-Club Buer/Westerholt

Mädels auf dem Einrad – es sieht beneidenswert einfach aus

Sportlerinnen des Rad-Clubs Buer/Westerholt trainieren in der Sporthalle Mühlenstraße in Gelsenkirchen-Buer.

Sportlerinnen des Rad-Clubs Buer/Westerholt trainieren in der Sporthalle Mühlenstraße in Gelsenkirchen-Buer.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Der Rad-Club Buer/Westerholt unterhält seit acht Jahren eine Einrad-Abteilung. Die trainiert regelmäßig. Eine Sache ist besonders schwierig.

Aus der kleinen Anlage erklingt die Musik der Piraten der Karibik. Sogleich geht es los: Zwei junge Damen, je auf einem Einrad, fassen einander an den Händen, drehen sich umeinander, fahren nebeneinander. Dann entwickeln sie Ehrgeiz, halten kurz an einer großen Box an. Eine junge Dame steigt darauf und dann der anderen auf die Schultern. Jetzt reicht beiden ein Rad, um ihre Figuren zu fahren. Und es sieht bei ihnen so beneidenswert einfach aus.

Alles Übung, verrät Isabelle Richert. Sie ist langjährige Leiterin der Einrad-Abteilung des Rad-Clubs Buer/Westerholt. „Vor acht Jahren haben wir diese Abteilung gegründet. Damals fuhren viele Mädchen Einrad.“ Eine Mode, die man hatte ausnutzen wollen, um eine neue Sportart zu etablieren.

Gruppe hat sich beachtlich entwickelt

„Ich habe mit einem Kind angefangen“, erklärt die gelernte Übungsleiterin. Insofern hat sich die Gruppe beachtlich entwickelt – in drei Richtungen. „Wir fahren Küren, aber auch Rennen und im Gelände“, erklärt die Trainerin. Die Rennabteilung sei dabei die jüngste. Sie gebe es seit rund einem Jahr.

Daneben gebe es noch kleinere Aktivitäten auf einem Rad. „Wir machen zum Beispiel auch Wheel-Walk auf Geschwindigkeit.“ Rad-Gehen. Was ist das? Isabelle Richert führt es vor, steigt auf ihr Einrad, fährt an und setzt dann die Füße auf die Vorderseite des Rades, stößt es quasi laufend immer weiter an.

Großer Auftritt zum Geburtstag von Gelsensport

„Im Winter besuchen wir auch den Verein für Einrad-Hockey in Herne und spielen eine Partie mit“, erklärt Isabell Richert, als ob das nichts Besonderes sei. Und schnell sagt man zu sich selbst: was es alles gibt.

Die jungen Damen im Raum proben weiter ihre Choreografien. Demnächst haben sie einen großen Auftritt. Zum Geburtstag von Gelsensport. Dabei geht es darum, den eigenen Sport möglichst schön und interessant darzustellen. Damit auch andere Kinder Lust bekommen.

Maja fing schon mit sechs Jahren an. Das liegt ganze acht Jahre zurück. „Es macht immer noch Spaß. Weil das auch nicht jeder macht“, erklärt die 14-jährige, dass es ganz cool ist, eine Randsportart auszuüben. Auf dem Einrad macht sie eine ganze Menge, probiert Neues aus – und mag doch die Kür am liebsten. „Da kann man alle Tricks zusammen führen, die man gelernt hat. Und man kann den Leuten was zeigen.“

Fahrten auf dem Hocheinrad

Am Rande bereitet sich Franzi auf die Proben vor. Das aber ist gar nicht so einfach. Ihr Einrad ist doppelt so hoch wie das der anderen. Ein Hocheinrad. Das zu fahren muss schwierig sein, malt man sich aus. Das Aufsteigen ist in jedem Fall eine Kunst. Die Zehnjährige kann das auch nur mit Hilfe bewerkstelligen.

„Das Draufkommen ist schon schwierig. Wenn man einmal oben ist, ist es ganz normal“, sagt die junge Dame. Eigentlich sei das Fahren auf dem Hocheinrad nur eine spaßige Unterbrechung im Training. Des großen Auftrittes wegen aber hat sie mit ihrer Zwillingsschwester eine Kür mit den hohen Einrädern einstudiert.

Hoffnung auf Neuzuwachs

Isabell Richert beobachtet das Training ihrer Schützlinge, gibt hier mal Hilfestellung, dort Vorschläge für kleine Verbesserungen. Ihr Sport ist eigentlich etwas für jeden, ist sie überzeugt und hofft auf Neuzuwachs. „Weil Einradfahren so vielfältig ist. Es gibt für jeden eine Nische.“

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