Musik in Buer

Loebe-Haus macht die Bühne frei für den Nachwuchs

Die Gruppe „All Miles Gone“ erlebte ihren Debüt-Auftritt beim ersten „Loebe laut“-Festival in der Jugendeinrichtung an der Düppelstraße.

Foto: Michael Korte

Die Gruppe „All Miles Gone“ erlebte ihren Debüt-Auftritt beim ersten „Loebe laut“-Festival in der Jugendeinrichtung an der Düppelstraße. Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Buer.   „Loebe laut“ will im Paul-Loebe-Haus an der Düppelstraße jungen Bands eine Chance geben und ein Format sein, das Raum bietet für Debütauftritte.

„All Miles Gone“ betreten die Bühne. Zum ersten Mal. Das junge Sextett gibt sein Debüt bei der Premiere von „Loebe laut“ im Paul-Loebe-Haus an der Düppelstraße – und eröffnet das Programm. Ein paar Minuten zuvor standen die Nachwuchsmusiker noch vor der Tür, war augenscheinlich entspannt und innerlich doch mehr als nervös.

„Ich stand noch nie auf der Bühne“, gesteht Dominik Schäfers da seine Aufregung. Die Band probt im „Consol 4“. Der Grundstein aber liegt anderswo. „Ein Teil von uns hat sich in der städtischen Musikschule kennengelernt. Den Rest haben wir dann gecastet, als wir wussten, was wir wollen“, sagt Victoria Gorny, die Sängerin.

Zum Repertoire gehören vier Lieder

Was das ist? „Melodic Hardcore.“ Erst vor einigen Tagen erfuhr die Truppe, dass sie hier und heute auf der Bühne steht. „Aber das ist kein Ding. Wir wollten eh bald ins Studio und sind deswegen gut vorbereitet“, sagt Alexander Dudda, der Schlagzeuger. Die Musiker haben zwar nur vier Lieder dabei, weil das Repertoire größer noch nicht ist, die aber sind selbst geschrieben. Das macht man in der Gruppe. „Das geht ganz gut bei den Proben – aber wir treffen uns auch mindestens dreimal in der Woche“, sagt der Bassist, Max von Häfen.

Jungen Musikern wie ihnen will das neue Format im Paul-Loebe-Haus eine Bühne bieten. „Uns geht es darum, kulturelle Angebote zu schaffen für Jugendliche“, erklärt Christof Großheim von den „Falken“. In drei Häusern im Stadtgebiet habe man das Angebot ausgebaut. Der Standort an der buerschen Düppelstraße gehört dazu. „Wir haben dafür die Besucher der Häuser gefragt, was sie wollen. Und daher wissen wir: Gewünscht sind vor allem Konzerte.“ Jugendliche sollen für Jugendliche spielen und damit wie von selbst deren Nerv treffen. „Wir freuen uns sehr, wenn sich unerfahrene Bands melden. Damit sich das Proben auch gelohnt hat.“ Das Haus will mit mehreren Partnern zusammenarbeiten. Schon heute schickt die „Musikschule Musikus“ die Band „Against The Law“, die als Headliner dabei ist.

Zuhörer fordern Zugabe

Aus dem eigenen neuen Falken-Probenzentrum im Scholvener Kurt-Schumacher-Haus kommen „The Outcast“ dazu. Weiter arbeitet man mit „Kai’s Musikschule“ und dem Probenzentrum „Consol 4“ zusammen. Bislang. Denn die Kooperationen sollen ausgebaut werden. So wie die Reihe. „Die soll sich hier etablieren“, sagt Großheim.

Los geht’s. „All Miles Gone“ spielen die ersten Töne. Beeindruckend, mit welcher Energie die eben noch nervösen Nachwuchsmusiker die Bühne rocken. Da wird aus tiefster Seele „geshoutet“. Dominik Schäfers ist dafür verantwortlich. Darüber legt sich der melodische Gesang von Victoria Gorny. Titel und Inhalt der Stücke entsprechen mal dem Gefühl beim Hören („I’m Sick Of All“), mal weniger („Smile“). In jedem Fall aber überzeugt das Sextett mit einem stimmigen Zusammenspiel, mit eigenständigen und ansprechenden Kompositionen und einer wilden Aura.

Ganz befreit auf der Bühne

Die Zuhörer sehen das ähnlich, fordern eine Zugabe. Beseelt kommt Dominik Schäfers von der Bühne. „Auf der Bühne habe ich mich auf einmal befreit gefühlt. Das war wirklich entspannt.“

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