Umwelt

Lärmschutz: Behörde bremst Bahn

Anwohner der Zweckeler Straße müssen auch weiterhin auf den Lärmschutz vor der eigenen Haustür warten.

Foto: Thomas Gödde

Anwohner der Zweckeler Straße müssen auch weiterhin auf den Lärmschutz vor der eigenen Haustür warten. Foto: Thomas Gödde

Gelsenkirchen-Buer-Bülse.   Eisenbahn-Bundesamt stoppt Vorhaben in Bülse und Buer. Die Folge: Anwohner müssen weiter auf den Bau von schallschluckenden Alu-Wänden warten.

Ende September 2015, bei der Vorstellung der Pläne, war der Startschuss für den Lärmschutz entlang der Hamm-Osterfelder-Bahnstrecke zwischen dem Haltepunkt Buer-Nord und der Gladbecker Stadtgrenze schon fast zu hören. Und auch in der vergangenen Woche hieß es auf der Bürgerversammlung in Bülse noch, dass mit der Genehmigung „in den nächsten Tagen“ zu rechnen sei.

Doch da hatte das Eisenbahn-Bundesamt die Signale für das Vorhaben der Deutschen Bahn schon längst auf Rot gestellt. Die Folge: Anwohner zum Beispiel der Krefelder Straße, der Buschgrundstraße, der Zweckeler Straße und des Nordrings müssen weiterhin auf den Bau der Lärmschutzzäune warten.

Eisenbahn-Bundesamt sieht schwerwiegende Mängel

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat das Vorhaben der Bahn AG vorerst ausgebremst. EBA-Sprecher Moritz Huckebrink: „Die Antragsunterlagen wiesen schwerwiegende Mängel auf, welche die Antragstellerin bislang noch nicht beheben konnte. Daher hat das EBA den Plangenehmigungsantrag schließlich am 12. Oktober zurückgewiesen.“ Jetzt liege es an der Bahn AG, „einen neuen, vollständigen Antrag einzureichen. Das EBA hat der DB Netz AG dazu konkrete Hinweise an die Hand gegeben.“

Diese Nachricht hat die Bahn offenbar unerwartet getroffen. Bahn-Sprecher Dirk Pohlmann: „Die Ablehnung der Genehmigungsbehörde kam für uns überraschend.“ Besonders irritiert ist er über den Hinweis, dass die Auswirkungen der Lärmschutzmaßnahmen auf die Umwelt in den eingereichten Planungsunterlagen nicht genügend beachtet worden seien. Denn es ist nicht der erste Antrag auf „Lärmsanierung an Schienenwegen“, den die DB Netz AG gestellt hat. In Bismarck und Schalke werden zur Zeit Lärmschutzzäune entlang der Emschertalbahn aufgestellt, in Horst sollen sie 2018 kommen, in Bottrop sind sie, auch an der Hamm-Osterfelder-Bahn, seit dem Frühjahr fertiggestellt.

Bahn überlegt, Rechtsmittel einzulegen

Nach Pohlmanns Einschätzung sei es „erstmalig in NRW“ vorgekommen, dass eine Lärmschutzmaßnahme der Bahn zurückgewiesen wurde, weil Umweltbelange nicht ausreichend gewürdigt worden seien. Die Bahn müsse die Entscheidung des Eisenbahn-Bundesamtes jetzt genau überprüfen. Nicht auszuschließen sei, so Pohlmann, dass die Bahn dagegen Rechtsmittel einlegen werde.

Aus diesem Grund sei im Moment noch gar nicht abzusehen, in welchem zeitlichen Umfang sich das Vorhaben nun verzögere. „Einen neuen Zeitpunkt für den Start der Bauarbeiten können wir deshalb nicht nennen“, so Pohlmann. Das hänge auch mit den Sperrpausen für den Zugbetrieb zusammen, die jetzt neu und wieder zeitaufwendig erarbeitet werden müssten.

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